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Dienstag, 8. März 2016

Ein Dessert aus 1001 Nacht

Zum Creadienstag gibt es heute wieder etwas Kreatives aus meiner Küche. Wie schon vor zwei Wochen habe ich mich von meinen Schülern inspirieren lassen. Als wir im Unterricht das Thema Lebensmittel durchnahmen, erzählten sie mir immer wieder von etwas, das sie "Faluda" nannten. Ich hatte noch nie davon gehört. Mein guter Freund, der Onkel Google, hatte gleich ein paar hübsche Bilder parat. Doch auch aus denen wurde ich nicht so richtig schlau. Also stöberte ich zu Hause bei Pinterest und siehe da - dort gab es mehr als genug Rezepte, allesamt aus dem indischen und pakistanischen Raum. Nun wusste ich, dass man irgendwelche mir unebaknnten Körner eine zeitlang in Flüssigkeit einweichen musste und schließlich ein Dessert daraus zaubern sollte. Nur - was ist "süßes Basilikum"? Nie gehört. Auch viele der anderen Zutaten waren landestypisch und hier nicht gebräuchlich. Aber da geistern doch seit einer Weile so ein paar als "Superfood" beworbene Samen durch die sozialen Netzwke, die angeblich supergesund sind und schlankmachen (und vermutlich auch noch die Spülmaschine ausräumen und die Kinder erziehen *ggg*): CHIA. Allerdings hatte mir das, was ich bisher damit gekostet hatte, überhaupt nicht geschmeckt. Nun, ich würde den kleinen schwarzen Körnchen noch eine Chance geben. Und so kreierte ich gestern eine exotische Süßspeise, die meine Kinder und mich sehr begeistert hat:
 


Mango-Faluda

Zutaten für 3-4 Gläser:

- 400 ml Milch
- 1/2 Dose Kokosmilch (oder Kokoscreme)
- 30 g Chia-Samen
- 2 TL flüssiger Honig (oder Agavendicksaft)
- etwas geriebene Vanille (oder Vanillezucker)
- 1 reife Mango

- ein paar Granatapfelkerne und Minzeblättchen für die Deko

- nach Wunsch: eine Kugel Vanilleeis pro Glas  

- Strohhalme, Holzspieße

Zubereitung:

- Chia-Samen in der Milch, Kokosmilch, Vanille und dem Honig für 2 Stunden im Kühlschrank einweichen und quellen lassen
- Mango schälen, Stein entfernen
- 1/2 Mango pürieren, die andere Hälfte würfeln (evtl. einige Spalten zum Dekorieren aufheben)
- das Mangopüree auf die Gläser verteilen 
[- wer es ganz dekadent mit Eis genießen möchte: jetzt eine Kugel davon in jedes Glas aufs Püree geben] 
- vorsichtig die Chia-Milch-Mischung darauf gießen
- mit Mangowürfeln, Mangospalten, Granatapfelkernen und Minze garnieren

Genießen!


Dienstag, 23. Februar 2016

Einblicke in die arabische Küche

Seit fast genau zwei Monaten unterrichte ich jetzt meine derzeitige Klasse aus Männern, Frauen und einem Kind. Sie kommen aus Syrien, Eritrea und dem kurdischen Teil des Iran. 
Der Start von Null auf Hundert war eine ziemliche Herausforderung: Ohne bereits jemals vorher ernsthaft Deutsch unterrichtet zu haben (abgesehen von einzelnen Stunden ehrenamtlich und als Schülernachhilfe), begann gleich mein erster Arbeitstag mit den vollen sechs Stunden Unterricht, unterbrochen von zwei Pausen à 15 Minuten. Ich wusste weder, wie viele Schüler ich bekommen würde, noch woher diese stammten, welches Alter, Geschlecht oder welchen Bildungsstand sie haben würden. Mit diesen vielen Unbekannten bereitete ich meinen ersten Tag vor. 
Nach dem ersten vorsichtigen Herantasten fanden wir schnell zueinander und kennen uns mittlerweile recht gut. Es ist ein wunderbares und sehr bereicherndes Miteinander: Wir lachen viel zusammen, erzählen uns von unseren Ländern und Erfahrungen und waren bereits mehrmals im Theater, im Museum und zu Exkursionen in und um Dresden. Natürlich höre ich dabei auch sehr viele traurige Geschichten: Von inhaftierten Vätern, ermordeten Brüdern, untergegangenen Booten, ertrunkenen Freunden, Schlafen auf dem nackten Boden mitten im Winter und vom Staat abgebrannten oder beschlagnahmten Häusern. Dennoch sind meine Schüler unheimlich lebensfroh, wissbegierig, ehrgeizig und herzlich, dass ich mich oft frage, ob ich das in ihrer Situation noch so könnte. Vor allem die Männer sind so höflich, wie ich es sonst nur noch von meinem Großvater kenne! Sie halten mir die Tür auf, lassen mich immer zuerst eintreten, wischen mir die Tafel ab, helfen beim Tragen, bringen mir Blumen mit... 
Meine Schüler machen Fotos von sich an der Tafel und mit mir gemeinsam, um sie voller Stolz an ihre Eltern und Freunde in der Heimat zu schicken. Sie zeigen mir Bilder aus Damaskus, Aleppo, Latakia und ich kann nur ahnen, wie schön es dort vor dem Krieg gewesen sein muss. Sie bringen mir typisches Essen aus ihren Ländern mit oder laden mich in ihre winzigen Zimmer ein und kochen für mich.
Bei einer solchen Einladung bereiteten meine iranischen Gastgeber BURAK zu, die (ähnlich den chinesischen Frühlingsrollen) aus knusprig gebackenem bzw. frittiertem Yufkateig und einer leckeren Füllung bestehen. Dort waren die Röllchen mit Hühnchen gefüllt (was ich aus Gründen der Gastfreundlichkeit selbstverständlich gegessen habe). Meine eigene Variante zu Hause war dann aber doch vegetarisch gefüllt. 


Hier das Rezept:

Vegetarisch gefüllte Burak
(nach einem Rezept von Schahnaz aus dem Iran)

Zutaten:

* 1 Pckg. Yufka-Teigblätter (aus dem arabischen Supermarkt)
* Champignons
* Zwiebeln
* Salz
* Pfeffer
* Kurkuma
* Feta
* Petersilie

* ein Schälchen Wasser und einen Lebensmittelpinsel (Backpinsel) 
* Öl zum Braten/Frittieren

Zubereitung:

* Zwiebeln und Pilze in einer Pfanne weich braten, vom Herd nehmen
* mit Salz, Pfeffer und Kurkuma würzen
* Feta zerbröseln, Petersilie hacken, beides zu den Pilzen geben
* die Teigblätter auf einem großen Brett auslegen und reichlich mit Wasser bestreichen (sonst reißen bzw. brechen sie beim Aufwickeln)
* auf die breite Seite ein bis zwei Esslöffel der Füllung geben
* von der breiten Seite her aufrollen, dabei die Seiten mit einklappen
* in einer Pfanne ca. 1 cm Öl angießen
* ist es richtig heiß, die Burak-Röllchen vorsichtig hineingeben
* öfter wenden, damit sie von allen Seiten knusprig und braun werden

* mit einem Salat aus Tomaten, Gurken und Petersilie servieren

Guten Appetit!

Oder: حافيتت بيت
(Nos can be! - wie es auf Kurdisch heißt)

 Verlinkt beim Creadienstag.

Freitag, 12. Februar 2016

Der Luxus der Flüchtlinge

Dresden Gorbitz.
( = Leipzig Grünau, Jena Paradies, Berlin Marzahn, Rostock Evershagen...)
Ein Siebzehngeschosser.
An den Klingelschildern keine Namen, nur Nummern.
Zehn Türen auf einem Flur.
Sechs bis zum Einzug einander unbekannte Menschen in einer kleinen Dreiraumwohnung.
Plus Dauerbesuch von Familienmitgliedern, die in Camps oder anderen Städten untergebracht wurden.
Unsaniert.
Unrenoviert.
Teils Tapete, teils nackter Beton.
In jedem Schlafzimmer zwei Betten, ein Schrank, ein kleiner Tisch, zwei Stühle.
Keine Vorhänge, keine Rollos, keine Gardinenstange.
Gardinenstange anbringen: Nicht erlaubt.
Bilder an die Wand hängen: Nicht erlaubt.
Keine Schlüssel für die einzelnen Zimmer.
Ein winziges Badezimmer.
Einziges Möbelstück im Bad: Ein kleiner Spiegel.
Nicht einmal ein Duschvorhang.
Duschvorhangsstange anbringen: Nicht erlaubt.
Die Küche: In einem der Schlafzimmer!
Für alle!
Spüle, Herd, Waschmaschine
Kein Schrank, kein Regal, kein Tisch.


Ich schäme mich, dass hier bei uns in Deutschland Menschen so leben (wohnen? hausen?) müssen.

Und dann sagen immer noch welche:
Es geht ihnen ja sooo gut!

Dann tauscht doch mit ihnen!

Freitag, 11. Dezember 2015

Nix los

Ein paar Blümchen, beim Einkaufen im Supermarkt mitgenommen. Dazu der wunderschöne Engel, vom Schwiegervater handgemacht. Und eine der schönen Weihnachtskarten von Frau Fadenschein, die ich bei ihr gewonnen habe. Wie anders alles wirkt vor der neuen Wandfarbe!

 

Sonst ist gerade nix los hier auf dem Blog, ja, ich weiß. Aber hinter den Kulissen hat mein geruhsames vormittägliches Leben Fahrt aufgenommen und zwischen oder nach Kinderterminen, Weihnachtsvorbereitungen, Bewerbungen, Selbständigmachen und ganz viel Ehrenamt sinke ich nur noch aufs Sofa. Keine Lust auf lange Texte, schöne Bilder, nette Kommentare. Seit ich die NAHTzuGABE gegründet habe, nähe ich viel, fahre mit dem Rad quer durch die Stadt, um Spenden einzusammeln oder abzugeben, organisiere Nähtreffen und Übergabetermine, kümmere mich um unsere Facebook-Präsenz, halte Mailkontakt mit Näherinnen, Spendern, Erstaufnahmeeinrichtungen und Interessierten. Nebenbei habe ich angefangen, an einem Tag in der Woche Deutschunterricht zu geben und an einem anderen die Kinderbetreuung übernommen, damit die Mütter ungestört dem Unterricht folgen können. Um 20 Kinder jeden Alters zwei Stunden lang zu beschäftigen, muss einiges vorbereitet werden. Die Sprachkurse natürlich auch. Zudem ist keiner der Kurse gleich um die Ecke. 
Ab nächster Woche werde ich dann Vollzeit unterrichten, dann allerdings nicht mehr ehrenamtlich, daher die Selbständigkeit, die ich just heute auf dem Finanzamt angemeldet habe. 
Hinzu kommt die Angst, das nicht zu schaffen; dass 28 Stunden Unterricht plus Vorbereitungszeit mit Familie schwer zu vereinbaren sind, dass ich nur noch fix und fertig sein werde. Und das schlechte Gewissen, das kleine Schulkind dann allein zu seinen Therapieterminen fahren lassen zu müssen.
Ich hab ein bisschen Weihnachtsdeko aufgestellt, ein paar Plätzchen gebacken, das war's schon. Die Kalender für die Großeltern sind längst fertig, ein Fotobuch auch, ein zweites fehlt noch. Ansonsten wird es nichts Selbstgemachtes geben, sehr schade. Aber manchmal geht es halt nicht anders und Näh-Nachtschichten kommen aus Gründen (Gesundheit, Nervenkostüm) für mich nicht in Frage.
Wir werden sehen, wie alles wird...

Aber wenn ich nun schonmal hier bin, muss ich euch unbedingt noch etwas anderes Floristisches zeigen: Unseren Adventskranz:

Dessen Gestaltung hat dieses Jahr nämlich unser Teenie übernommen, inkl. Einkauf der Materialien. Nur die Tonschale besaßen wir bereits. 

Ganz in Silber und Gold präsentieren sich Kerzen und Deko in diesem Jahr, von einigen grünen Akzenten ergänzt. Dafür hat der Große einen Teil der Materialien silber angesprüht, was vor allem bei der getrockneten Orangenscheibe einen interessanten Effekt ergab. Die Kerzen sind bewusst nicht alle in einer Farbe gehalten, die goldene hat den Adventsreigen eröffnet.
Für meinen Großen war es eine spannende Aufgabe, sich alles für den Familienadventskranz selbst zu überlegen. Mindestens ebenso groß war allerdings die Herausforderung für mich, all das geschehen zu lassen und mich in Geduld zu üben, bis alles fertig war :-)

Verlinkt bei Friday-Flowerday

Dienstag, 1. Dezember 2015

Kuschelkissen für Flüchtlingskinder

Kissen sind in den Asylunterkünften Mangelware, d.h., es gibt schlicht gar keine. Um diesen Zustand wenigstens für die Kinder etwas zu verbessern, nähe ich mit meiner Initiative NahtZuGabe Kissen in Tierform, die gleichermaßen zum Kuscheln und zum Träumen einladen.
 
Die hier gezeigten Kissen habe ich an einem Nähtag mit der Dresdner Näherin Sophie und Frau Marabunte nach dem E-Book von Pia/Frau Mutti genäht. Pia stellt es für unsere Aktion kostenfrei zur Verfügung, ich darf es also dafür verteilen.

Aktuell läuft ja noch unsere Aktion, bei der wir Mützen und Schals/Loops/Halssocken nähen. Diese werden zum Nikolaustag an die Kinder verschenkt.

Zu Weihnachten soll es dann die Kissen geben. Damit wir es allerdings schaffen, jedes Kind mit einem Kissen glücklich zu machen, brauchen wir EURE Unterstützung: Näht mit uns, bringt die Kissen vorbei oder schickt sie mir (Adresse im Impressum)! Gemeinsam schaffen wir viel mehr!


Verlinkt beim Creadienstag.

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