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Montag, 25. Mai 2015

Wochenrückblick & Alltagsfreuden

In der vergangenen Woche habe ich...

... im Akkord genäht: 20 der mind. 30 Kuschelkissen fürs Grundschulsommerfest sind aus dem schönen Ausmalbilderstoff vom Möbelschweden entstanden.

... eine Katzen Pinguinwäsche durchgeführt :-)

... vor dem Genuss des Theaterstückes Schöne neue Welt die schöne alte Dresdner Welt vom Schauspielhausbalkon aus betrachtet

... einen fröhlichen kleinen Hund am Himmel toben sehen

... leckeren italienischen Brotsalat mit grünem Spargel zubereitet

... eine merkwürdige Anzeige auf der Bahn-Homepage entdeckt

... mehrere Termine in der Grundschule des kleinen Schulkindes gehabt

...den vorerst letzten Ergotherapietermin absolviert

... anlässlich des Bahnstreiks um unsere Zugverbindungen diese und nächste Woche gezittert

... durch den Streik im Hort noch mehr Zeit als sonst zusammen verbracht

... Freunde getroffen und...

... einen schönen 75. Geburtstag in Familie gefeiert, mit tollem Kuchen, wunderbarer Musik, Spielen im grünen Kirchgarten...

... und einer sehr spannenden modernen Kirchenarchitektur.

Ich wünsche euch eine schöne kurze neue Woche! Unsere wird seehr spannend!

Freitag, 22. Mai 2015

H wie...

Heute ist bei Sonja der nächste Buchstabe dran, diesmal das "H". Da gibt es so einige "h"übsche Dinge, wie ihr an meiner kleinen Wortcollage seht. Einige davon gibt es auch im Bild:
Heidelbeeren - Himmel - Hummel - Heimat - Hochschule - Heckenrosen - Haare - Hofladen - Himbeeren - Holunder - Holz - Handschrift - Hornveilchen - Haarschmuck - Heimat

Eines meiner liebsten "H"s ist zugleich einer der schönsten Momente meines Lebens: meine Hochzeit!

 2003 war es für uns soweit, ich fand es wunderbar und würde es am liebsten noch einmal tun!

(An der Qualität der Bilder sieht man, dass wir vor der flächendeckenden Einführung der Digitalkamera geheiratet haben und die entwickelten und eingeklebten Bilder aus dem Fotoalbum für den PC wieder eingescannt wurden.)



Montag, 27. April 2015

Meine Woche

Die letzte Woche hielt an vier von fünf Tagen Arzttermine sowie einen Nachmittag in der Notaufnahme für uns bereit. Vier schmerzlose fürs kleine Schulkind und einen sehr schmerzhaften fürs große nach einem Fahrradsturz bei voller Fahrt.

Mit dem kleinen Schulkind war ich mal wieder bei den VDInis, dem Kinderclub des Verbands deutscher Ingenieure. Diesmal ging es um Leichtbau. Die Kinder haben aus Papier und Holzstäbchen und aus Gips möglichst stabile Brücken gebaut, eine Mauer gestapelt und mit einer echten Abrissbirne eingerissen und aus Spaghetti und Marshmallows waghalsige Gebilde konstruiert.

Nach einer der Höruntersuchungen waren wir auf dem Waldspielplatz im Albertpark und haben dort auch die Hirsche gefüttert. Minuten päter warf der Hirsch eins seiner Geweihe ab und wir durften es anfassen und bestaunen.Da waren wir wohl genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Aber auch der Spielplatz dort ist sehr schön und nachmittags gibt es tolle Angebote für Kinder von den Waldpädagogen.

Im Wartezimmer gespielt, den Balkon blitzeblank geputzt, den Büchergutschein des Lieblingsmannes eingelöst, ein verliehenes Buch mit feinen Geschenken von Carola zurück bekommen und festgestellt, dass Fensterbilder lieber doch nicht zwei Jahre an der Scheibe kleben sollten ;-)

Und das Herzchen ganz oben hat mir mein Großer aus übrig gebliebenen Zuckereiern gelegt, mit Herzchenei in der Mitte. Nachdem der Kleine nämlich letzte Woche einige Tage zu Hause war, ist es nun der Große. Langweilig wird es hier nie *lach*.

Liebe Grüße und eine schöne neue Woche euch!



Montag, 23. März 2015

Alltagsfreuden

Hattet ihr ein schönes Wochenende? Hier war es zwar kalt und grau draußen, aber wir haben es uns drinnen gemütlich gemacht, einiges erledigt, gespielt und den Sonntagnachmittag im Kino verbracht. 

Was es sonst noch Schönes gabe:

* Draußen grünt und blüht es immer mehr, wie schön!

* Der Lieblingsmann war gestern mit den Kindern in "Shaun, das Schaf", während ich mir im Kinosaal nebenan "Honig im Kopf" ansehen durfte. Ganz toller Film, trotz Herrn Schweiger ;-)

* Am Samstag habe ich meine Balkonkästen aus dem Keller geholt und frisch bepflanzt:


* Mein kleines Schulkind bastelt fleißig und mit viel Freude unsere Osterdeko:


* Seit ungefähr zwei Wochen fängt er an, auch mal alleine zu spielen:


* Morgens nach dem Aufstehen hört er Geschichten und Musik. Leider ist sein CD-Player vor einigen Wochen kaputt gegangen, aber das Radio funktioniert noch. Nun hört er also das. Dadurch erfährt er so bedeutsame Dinge wie die Wahl der Sächsischen Nudelkönigin :-)
Sonntags kommt ganz früh eine Kindersendung namens Krümel. Eine Gewinnspielfrage gibt es dort auch für die Kinder. Als ich gestern aufgestanden bin, hatte sich der kleine Große schon eine Postkarte geschnappt und die Lösung notiert bzw. auf die Vorderseite gemalt:


* Die Bilderbücher erleben hier gerade ihr Comeback beim Lesenlernen, das freut mich sehr!


* Letzte Woche habe ich ein neues kleines Café in der Neustadt entdeckt und beschlossen, dort im April meinen Studienabschluss zu feiern.


* Mich beim Überqueren der Elbe wieder einmal über meine wunderschöne Wahlheimatstadt gefreut!


* Ja, ich gebe zu: ich steh auf solche Sprüche :-) Erst recht, wenn sie wie die Faust aufs Auge passen (wie dieser hier am Morgen vor einem besonderen Auftrag):


* Den neuen Fahrradanhänger eingeweiht: Es hat alles reingepasst, was ich für einen Vormittag Kinderbespaßung brauchte:


* Arbeitsort Semperoper. Bevor die Kinder kamen, haben wir Helferinnen noch die Kostüme aus dem Fundus anprobiert und viel Spaß dabei gehabt :-) Hier: Ich mit Gladiatorenhelm:


* Lieblingsmann und großes Schulkind brüten über Termformung und Gleichungssystemen. Das kommt mir so bekannt vor, denn der Mann musste das mit mir ab der 10. Klasse auch endlos üben. Ein Mathegenie bin ich zwar trotzdem nie geworden, aber meine Abinote war besser als befürchtet.


Und weil es so gut zu meinen Alltagsfreuden passt, verlinke ich sie bei den Glücksmomenten der Woche von Lebensknäuel.

Eine wunderbare Woche wünsche ich euch!!!


Mittwoch, 4. Februar 2015

LRSADSirgendwas

Gerade steht hier alles still und dreht sich gleichzeitig wie verrückt, so dass wir kaum hinterherkommen mit dem Tempo. Die Tage und Wochen und Monate rasen, jeder Tag ist vollgepackt bis oben hin und trotzdem ist nicht annähernd alles zu schaffen.
Und das sieht dann so aus, seit Monaten:
 
Jeden Tag:

5:45 Uhr: Der Wecker klingelt, der Mann steht auf, macht Frühstück und weckt das große Kind.
6:15 Uhr: Er weckt mich, ich wecke das kleine Kind.
6:30 Uhr: Der Kleine und ich kommen zum Frühstück in die Küche, Mann und Teenie gehen ins Bad.
6:55 Uhr: Mann und Teenie verabschieden sich und fahren ein Stück des Weges zu Schule und Arbeit gemeinsam.
7 Uhr: Der Kleine und ich gehen ins Bad und anschließend zum Anziehen in den Flur.
7:15 Uhr: Wir laufen los zur Schule.
7:45 Uhr: Wir sind da, Küsschen, gute Wünsche für den Tag, drin ist das Kind.
Ich fahre nach Hause, kaufe unterwegs ein, räume den Frühstückstisch ab, erledige Wäsche. Dann setze ich mich an den PC, checke kurz Mails und Facebook, dann meine To-Do-Liste. Ich telefoniere und recherchiere, wenn es etwas zu erledigen gibt, Termine abzusprechen sind, ich nach einer Information suchen muss. Dann beginne ich mit den Aufgaben fürs Studium.
Zwischen 11 und 12 Uhr bekomme ich Hunger. Ich verschiebe das Hungergefühl, habe noch keine Lust, übers Kochen nachzudenken. Zwischen 13 und 14 Uhr muss ich dann in die Küche, weil der Hunger nicht nachlässt. Ich mache mir etwas Schnelles, was der Vorrat eben so hergibt. Wenn ich Glück habe, ist noch etwas vom Wochenende da.

Montag

Der Große kommt gegen drei aus der Schule.
Der Kleine hat nachmittags Flötenunterricht und kommt gegen vier nach Hause.
16:00 Uhr: Wir trinken gemeinsam Kakao und Tee und essen Kekse oder Kuchen oder Obst.
16:30 Uhr: Da der Flötenunterricht in der Hausaufgabenzeit lag, muss er die Hausaufgaben nun noch nachholen. Die Konzentration ist schon nicht mehr gut, es geht schleppend, mehrmals muss er alles korrigieren. Er ist müde, möchte endlich mal einfach nur spielen und keine Aufgaben haben.
Der Große macht auch Hausaufgaben und spielt dann etwas am Handy.
Ich übe mit dem Kleinen Lesen. Weil er nicht alleine sein oder alleine spielen möchte, pendle ich zwischen seinem Zimmer und dem Abendbrot, damit es nicht zu spät wird.
18:00 Uhr: Der Mann kommt, wir essen.
19:00 Uhr: Die Kinder verschwinden ins Bad.
20:30 Uhr: Beide Kinder liegen im Bett, es gab Geschichten (ich lese dem Kleinen vor,d er Große dafür mir) und Kuscheln und Lieder.
Ich erledige Mails, schaue ein wenig in die Bloggerwelt. Zum Nähen, Bloggen, Kommentieren, Lesen oder Fernsehen ist es zu spät, ich bin kaputt, fertig werde ich eh nicht, wenn ich jetzt noch etwas anfange. Außer den Theaterabenden mache ich nichts mehr für mich, auch zum Sport kann ich mich nicht aufraffen. Es wäre nur eine weitere Pflichtübung am Tag.

Dienstag

Der Kleine kommt gleich nach dem Essen aus der Schule. Die Hausaufgabenzeit fällt also wieder flach. Er hat hier eine halbe Stunde zum Ausruhen, dann geht es eine Stunde quer durch die Stadt zur Kinderpsychologin. Eine Stunde Therapie, eine Stunde Rückweg. Das Vesper besteht aus Keksen in der Straßenbahn. In der Bahn üben wir wieder Lesen.
Der Große deckt zu Hause den Abendbrottisch.
18:00 Uhr: Wir sind alle wieder zu Hause. Abendprogramm s. Montag.
Hausaufgaben sind dienstags nicht drin. Dann sind es morgen doppelt so viele.

Mittwoch

Juhuh, ein freier Nachmittag – und damit der einzige in der Woche, an dem die HA in der Schule stattfinden können (zumindest, seit der geliebte Gärtnerkurs in der Grundschule auf Dienstag verlegt wurde, was sehr schade war). Der Kleine darf sich aussuchen, wann er nach Hause kommt. Manchmal spielt er noch im Hort, meistens entscheidet er sich aber, gleich nach dem Essen zu kommen, weil Schule und Hort für ihn der pure Stress sind. Also doch wieder Hausaufgaben zu Hause. Und Nachholen des nicht geschafften Unterrichtsstoffes. Und Berichtigen von Diktaten, in denen praktisch jedes Wort falsch ist. Inkl. dem kompletten Eintrag aus dem Grundschulwörterbuch zu jedem Wort. Und den Leseübungen. Und dem Flöten. Wenn noch Spielzeit ist, dann mit mir, alleine geht gar nicht.
18:30 Uhr: Der Große kommt vom dreistündigen (!) Programmierkurs, zu dem er direkt von der Schule fährt. Er ist ganz schön fertig, liebt diesen Kurs aber sehr. Es gibt Abendessen.

Donnerstag

12:35 Uhr: Ich hole den Kleinen von der Schule ab, zeitbedingt heute ohne Mittagessen. Im Schnellschritt geht es zum Bus, an der Haltestelle schnell ein Brötchen oder eine Bratwurst kaufen, umsteigen in die Straßenbahn, ab zur Ergotherapie.
15:30 Uhr: Wir sind wieder zu Hause.
Drei Stunden unterwegs für eine knappe Stunde Therapie.
Zu Hause Vesper, dann Hausaufgaben.
Wir haben noch nicht einmal diese Woche das Augentraining der Optometristin geschafft, geschweige denn die Ergotherapie-Übungen. Dabei sagt mir die Therapeutin Woche für Woche eindringlich, wir müssten das unbedingt jeden Tag machen. Und eigentlich nicht nur einmal, sondern zweimal pro Woche zu ihr kommen.

Freitag

Hausaufgabenfrei! Dafür kommt der Kleine bereits als Mittagskind nach Hause, mit dem besten Freund im Schlepptau. Beide wollen mir ganz viel erzählen, mit mir vespern, bei mir sein. Also habe ich immer freitags drei Kinder.
Ich unterbreche das Spielen nicht zum Üben. Heute also kein Flöten, kein Lesen, keine Ergo, kein Augentraining.

Samstag

Nach dem Frühstück packt der Kleine seinen Ranzen: Federmappe kontrollieren, Schwimmzeug einpacken, Sportzeug in die Wäsche und Neues einstecken. Der komplette Ranzen wird ausgekippt, so viel Zeug sammelt sich jede Woche darin. Wir müssen ausmisten, wieder einpacken, Hefte kontrollieren. Jede Woche fehlen Aufgaben, die er im Unterricht nicht geschafft hat. Wir könnten das ganze Wochenende üben. Wollen wir aber nicht. Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Erholung. Entspannung. Spielen. Kindsein.

Sonntag

Außer einem kleinen „Flötenkonzert“ und 10 Leseminuten ist heute nur Spielen oder ein Ausflug dran.
Mir graut vor Montag. Dann geht alles wieder von vorn los. Dann steht wieder im Hausaufgabenheft, das Kind zeige keinerlei „Lernwillen“. Dass es nicht anders kann, interessiert nicht. Ohne Diagnose ist das Kind unwillig und die Eltern unfähig. Fortschritte spüren wir noch keine, dafür stehen jetzt Vermutungen im Raum. LRS lauten die. Und ADS. Ich habe sie zu meinen Feinden erklärt. Ich will sie nicht haben. Ich möchte nur etwas Ruhe. Für mich und meine Familie. Keine Kindheit zwischen Therapien und Schulwechseln und völlig verplanten Nachmittagen. Aber die Ergotherapeutin spricht von mindestens 30 Sitzungen, der Arzt sagt etwas von intensiver Betreuung und Förderung „mindestens noch die ganze Grundschulzeit“.

Ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll, damit es endlich etwas besser wird. Ich möchte mein Kind nicht jeden Morgen so zeitig wecken und in eine Schule schicken, die für ihn nur Stress und Frust und Anschuldigungen, er bemühe sich nicht, bereit hält. Ich möchte mir nicht mehr von der Lehrerin anhören müssen, wie unfähig mein Kind und vor allem wir als Eltern wären. Ich möchte niemandem erklären müssen, was mit meinem Kind ist. Zumal ich es ja selbst nicht richtig begreife. Ich möchte nicht diese Diagnosen, diese Stempel aufgedrückt bekommen. Ich kenne doch die Diskussionen anderer Eltern über „solche“ Kinder, „solche“ Familien.
Ich möchte morgen aufwachen und alles war nur ein böser Traum, alles ist ganz normal.

Montag, 24. November 2014

Meine Woche in Bildern

Von links nach rechts und von oben nach unten, wie beim Bücherlesen ;-) :
* Der schöne Morgenhimmel auf dem Weg zur Schule entschädigt etwas fürs viel zu frühe Aufstehen.
* Das erste Treffen des Selbstbau-Workshops für unseren neuen Fahrradlastenanhänger.
* Erste Arbeiten mit Tannengrün.
* Kaffee mit liebevollen Milchschaummustern gibt's im Erdgeschoss.
* Trampolinspringen wärmt beim Spielplatzbesuch auch die Eltern (und macht lustige Bilder).
* Das letzte Mal Radfahren ohne Handschuhe in diesem Jahr, brrr.
* Winterliches Risotto mit Rosenkohl.
* Ich besuche Präsentationen verschiedener Praxiseinrichtungen und Berufsfelder beim Praxistag meiner Hochschule.
* Lustige Toilettenschilder im Café :-)
* Neues Lieblingsspiel des kleinen Schulkindes - durch den Feiertag letzte Woche war extra viel Familienspielzeit.

Eine schöne neue Woche wünsche ich euch!

Donnerstag, 20. November 2014

Mein Novemberblick

Jetzt ist es auch bei uns angekommen, das typische grau-kalte, unangenehm feuchte Novemberwetter. Bis zum Wochenende konnten wir uns über den goldensten Herbst freuen, den man sich nur wünschen kann. Mein Zwölftelblick auf mich selbst ist dennoch alles andere als dunkel und traurig. Ich habe im (fast) vergangenen Jahr viel über mich gelernt und viel an mir gearbeitet. Es gibt noch einiges für mich zu tun, aber viel hat sich auch schon verändert. Und das so positiv, dass ich mich letzte Woche etwas getraut und mir gleichzeitig etwas gegönnt habe: Zwei professionelle Fotoshootings, eines ganz natürlich draußen in der Natur und eines ganz chic und inkl. Visagistin im Studio. Ein paar der Studiobilder zeige ich euch heute, denn ich mag sie sehr!

Mein Lieblingsbild!

Zu dem mittleren Bild meinte mein Großer: "Da siehst du aber sehr kompetent aus, Mama!" Auch ein schönes Kompliment, wie ich finde. Vor allem in Hinblick auf den bevorstehenden Bewerbungsmarathon.

Was es sonst noch zu sagen gibt: Ernährungstechnisch bin ich bei (fast) fleischloser Kost geblieben und denke gerade über ein vegetarisches Weihnachtsmenü nach. Schwierig ist das manchmal, da ja der Rest der Familie isst wie immer und ich daher Fleisch und Wurst kaufe, zubereite, auf den Tisch stelle etc. Da beiße ich dann ab und zu auch mal in ein Wiener Würstchen oder ein Stück Lende, muss ich zugeben. Allerdings machen wir in der Familie neuerdings Halbe/Halbe, denn das große Schulkind hat sich ebenfalls komplett vom Fleisch verabschiedet. Ihm wird erst nach und nach bewusst, was das wirklich bedeutet (z.B. wenn eine Kartoffelsuppe mit Speck zubereitet wurde, auf dem Käsebrötchen ein paar Schinkenkrümel liegen oder der Salatteller in der Schule Schinkenstreifen enthält). Aber er hat sich das vorgenommen, weil er nicht will, dass für ihn Tiere sterben müssen, und er hält eisern durch. Der Kleine ist unser größer Wurstfan, sorgt sich aber zunehmend um die Tiere. Mal sehen, wo uns unsere Reise diesbezüglich noch hinführt...
Ich habe außerdem meine große Liebe zu ausgefallenen Salaten ausgebaut und esse abends nur noch ausnahmsweise Brot. Es ist allerdings gar nicht so einfach, eine Menge an Salat zuzubereiten, von der ich richtig satt werde und von der der Rest der Familie auch noch eine Schüssel abbekommt. Das ist dann nämlich richtig viel. Ganz zu schweigen vom Schweinehund, der immer mal überwunden werden muss, um die stets frisch benötigten Zutaten einzukaufen ;-) Meine Favoriten sind dabei Mischungen mit Nüssen, Früchten und Käse zusätzlich zu den Salatblättern, mjam! Wenn ihr also leckere Salatrezepte jenseits von Nudel- und Kartoffelsalat kennt, freue ich mich sehr, wenn ihr sie mit mir teilt!

Der erste Yoga-Kurs ist vorüber und auch, wenn es mich jeden Mittwoch wieder einige Überwindung kostet, abends noch einmal bis auf die andere Elbseite zu fahren, habe ich mich zum nächsten Kurs wieder angemeldet. Als guter Vorsatz schwirrt zudem noch das Üben zu Hause in meinem Kopf herum,  ist aber bisher noch nicht ernsthaft in Bauch und Beinen angekommen *ggg*. Irgendwie fühlt es sich auf dem Wohnzimmerteppich immer peinlich an, während die gleichen Übungen im Sportraum völlig ok sind.

Einige Sorgen bereitet mit noch mein berufliches Selbstwertgefühl und damit die nötige Selbstsicherheit, die ich in Bewerbungsgesprächen zeigen können sollte. Noch kann ich mich selbst nur schwer davon überzeugen, für eine berufliche Herausforderung wirklich geeignet zu sein. Aber vielleicht muss ich einfach erst einmal irgendwo anfangen, um zu merken: Es geht doch!
Und auch die ganz große Frage, ob ich eine gute Mutter bin, wird vor allem bei Schwierigkeiten immer wieder neu aufgeworfen. Ich befürchte, diese Zweifel wird frau nie so richtig los... Und wenn da doch bloß nicht die Sache mit den eigenen hohen Ansprüchen wär ;-) Aber das kriegen wir auch noch hin. Spätestens, wenn wir Enkel haben, wissen wir dann wieder, wie man das alles richtig macht *lach*.

Alle 12tel-Blicke sammelt wie immer Tabea, die diese schöne Aktion auch erdacht und initiiert hat.

Lasst es euch gut gehen!

Donnerstag, 13. November 2014

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Es gibt solche und solche Tage. Und manchmal kommt an einem Tag alles zusammen: Das Schöne und das, was man lieber gleich wieder vergessen würde. 
So ein Tag war hier gestern. Am Vormittag traf ich mich mit den lieben Mädels von Himmelblau & Sommerbunt, Schau'n wir mal, Malou & by Aprikaner zum gemeinsamem Traumkinovergnügen (gemeinsam mit einem großen Kinossaal voller Menschen "Ü 70", da haben wir den Altersdurchschnitt gleich mal um mehrerer Jahrzehnte gesenkt *ggg*). Es lief Madame Mallory und der Duft von Curry, eine Art Chocolat-Film über eine indische Familie mitten im südfranzösischen Nirgendwo und den Kulturkampf zwischen klassischer französischer und traditioneller indischer Küche. Ein sehr sinnlicher Film war das, der vor allem Lust auf indisches Essen (und junge indische Männer *lach*) gemacht hat. Eins davon haben wir uns anschließend noch gegönnt ;-) - das Essen natürlich. Wir besuchten (für viele zum ersten Mal) die neu eröffneten Etagen des altehrwürdigen Café Prag direkt am Altmarkt und schwelgten erstmal eine ganze Weile in der Speisekarte des dortigen Inders Shahi Palace. Ein Gericht klang verführerischer als das andere. Mit einem Mangolassi und verschiedenen Köstlichkeiten ließen wir uns dann einem einem der zahlreichen Tische nieder und genossen die exotischen Aromen, bis wir fast platzten. Mein großes Schulkind hatte überraschend eher Schulschluss und stieß schließlich auch noch zu uns. Das war ein richtig schöner, gelungener Vormittag & Mittag!


Anschließend hatte ich noch einige schnöde (Klopapier, Spülmaschinenreiniger) und schöne (was Schickes fürs Vorstellungsgespräch) Erledigungen zu machen, währen der Große dem verständlicherweise nicht beiwohnen wollte und schon mal nach Hause fuhr. Allerdings hatte er keinen Schlüssel mit und so gab ich ihm meinen (jedoch nicht, ohne vorher meinen Fahrradschlüssel abzumachen; zu oft musste ich schon nach Hause laufen, weil ich meinen Fahrradschlüssel inkl. meines Schlüsselbunds einem Kind mitgegeben hatte). Da er aber am Nachmittag noch zum Programmierkurs war, trafen wir uns nicht mehr zu Hause. Ergo kam ich nicht in unsere Wohnung, denn ich hatte ja keinen Schlüssel mehr. Also bin ich mit dem Rad ins Schülerrechenzentrum gesprintet, immer die Zeit im Nacken, weil das kleine Schulkind auch schon auf dem Nachhauseweg war. Als ich den Raum endlich gefunden hatte - er war natürlich ganz oben ganz hinten im letzten Gang - und den wütenden Blicken des angesichts der plötzlich mitten im Kurs auftauchenden Mutter peinlich berührten Teenies standgehalten hatte, wühlte der vergeblich in seinem Rucksack. Er hatte auch keinen Schlüssel dabei, weder meinen noch seinen eigenen. Mein Schlüssel hing innen an der Tür und seiner lag, wie immer, auf dem Fußboden im Flur. Wie oft hatte ich ihm schon gesagt... Ich konnte nur noch flüstern: "Das ist jetzt nicht dein Ernst...". 
Ich habe dann mein Handy-Internet angeworfen und wollte die Nummer von der Hausverwaltung und einem Schlüsseldienst googeln, aber bekam den ganzen Nachmittag nur die Meldung "Finde keine Internetverbindung" angezeigt. Fast hätte ich das Telefon in den nächsten Busch geworfen...
Zuhause habe ich dann bei einer Nachbarin geklingelt, um ins Haus zu kommen und die Nummer von den Aushängen im Hausflur abzulesen. Dann kam noch ein zweiter Nachbar hinzu und beide hatten sofort Nummern von den Schlüsseldiensten parat, die sie, wie sie sagten, "immer" verwenden. Es passiert also nicht nur mir und schon gar nicht nur einmal. Eine halbe Stunde später kam mein "Retter im Blaumann" und versuchte, die Tür mit einer Art Dietrich zu öffnen. Keine Chance (was ja auch irgendwie beruhigend ist). Da ich aber in weiser Voraussicht nicht irgendeinen Schlüsseldienst angerufen hatte, sondern den, der hier die Schließanlage installiert hat und bei dem wir schon einmal neue Schlüssel für die Kinder nachbestellt haben, konnte er nochmal zurück in die Firma fahren und schnell unseren Schlüssel nachmachen. Nochmal eine knappe Stunde später waren wir wieder in unserer Wohnung - und ich mit den Nerven am Ende. Der Kleine war inzwischen auch da, er hat ganz lieb mit mir die Stunde auf der Treppe verbracht und seine Brotbüchse geleert. Und weil ich ja nicht wegkonnte, war er sogar nochmal ganz alleine beim Bäcker, um ein Brot fürs Abendbrot zu kaufen. Als der Große, der uns das alles eingebrockt hat, dann halb sieben nach Hause kam, war alles, als wär nie was gewesen. Dass ich bei der Aktion mal eben 75 Euro losgeworden bin, sah man ja nicht. Die mussten übrigens sofort in bar gezahlt werden - hat man ja auch immer spontan zu Hause, so einen Betrag. Zum Glück hatte ich ihn tatsächlich, denn der Lieblingsmann hatte mir vor seiner Abfahrt nach Japan einen Umschlag mit Bargeld mit den Worten hingelegt: "Falls mal ein Notfall sein sollte." Damals konnte ich mir nicht vorstellen, wie so ein Notfall aussehen sollte. Jetzt weiß ich es. Und heute haben zur Sicherheit alle hier einen Schlüssel mit. Und ich lasse einen weiteren nachmachen, der bei den Nachbarn deponiert wird.
Abends war ich dann extramüde und habe dem Kleinen nur zwei Seiten vorgelesen. Er meinte ganz verständnisvoll: "Ja, Mama, das war ja auch anstrengend, diese ganze Sache mit dem Schlüsseldienst."

Ach ja: Der Große muss sich übrigens mit seinem Taschengeld an den Kosten für den Schlüsseldienst beteiligen. Ich finde nämlich, mit zwölf kann man schon darauf achten, nicht ohne Schlüssel zu gehen, die Tür von außen abzuschließen und vor allem seinen Schlüssel IMMER im Ranzen zu haben und nicht unterm Schrank oder sonstwo liegen zu lassen.




Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ich im Medienland

Der einen oder dem anderen ist er vielleicht aufgefallen, der kurios kleine Röhrenfernseher auf einem meiner Wochenbilder. Falls ihr gedacht habt, das ist das Ersatzgerät im Kinderzimmer - Fehlanzeige. Diese winzigen 35 cm Bildschirmdiagonale (also umgerechnet gerade mal 14 Zoll) stehen bei uns im Wohnzimmer. Und das, wo Hersteller und Elektronikmärkte sich mit ihren Fernsehern gegenseitig überbieten (50 Zoll, 65 Zoll, 80 Zoll, Curved, HD, Full HD, LED Backlight undwasweißichnichtnochalles). Nein, ganz großes Kino ist das wahrlich nicht. Das können die Lichtspieltheater mit ihren großen Leinwänden eh viel besser. Außerdem bin ich es nicht anders gewöhnt, da geht das schon. 
Bis zur Wende, also in meinen ersten neun Lebensjahren, bestand die elektronische Medienwelt für mich aus genau vier Geräten: einem uralten Radio, einem flachen Kassettenrecorder, einem Plattenspieler für Traumzauberbaum, Gerhard Schöne, Schlaps & Schlumbo & Co. und einem winzigen Fernsehgerät. Das hatte ganze drei (!) Sender und die auch noch in schwarz-weiß. Wir besaßen es auch nur, weil es irgendjemand nicht mehr brauchte und uns geschenkt hat. Wenn man das heute jemandem erzählt, vor allem jüngeren Menschen, glauben die, ich wäre kurz nach der Steinzeit groß geworden. Mindestens aber im tiefsten Mittelalter. Wir guckten Sandmännchen, Märchenfilme, Das Spielhaus und noch eine Handvoll andere DDR-Kindersendungen, hörten unsere Lieblingsplatten und gut war's. Dazu kamen noch die klassischen Medien Buch und Zeitschriften. Natürlich lasen wir den Bummi, später die Frösi und Fix & Fax. Und Bücher, massenweise Bücher. Viele davon habe ich heute noch, weil meine Eltern die meisten aufgehoben haben.

Als die Mauer fiel, kauften meine Eltern als erstes ein neues Radio. Eines mit - Achtung - Doppelkassettendeck! Das stand fortan in der Küche, ganz oben auf dem Küchenschrank, und durfte auch nur dort benutzt werden. Neben dem Radioprogramm liefen dort auch gern mal Udo Lindenberg und Reinhard Mey, deren Hits bereits zu DDR-Zeiten in Westpaketen zu uns gereist waren. Auf von Hand überspielte Kassetten natürlich. Der Fernseher blieb, wenn auch die Programme wechselten. Mehr wurden es nicht, da Kabelanschluss oder Satellitenschüssel, sehr zu unserem Leidwesen, für meine Eltern nicht in Frage kamen. Wie gern nutzen da vor allem meine jüngeren Brüder jede Gelegenheit, im nagelneuen, riesengroßen Fernsehgerät bei Oma und Opa die neuesten Trickfilme zu gucken. Ich erinnere mich z.B. an die Pferde-Serie Fury, die bereits damals 30 Jahre auf dem Buckel hatte. Zuhause setzten wir uns manchmal gleich nach der Schule vor die Glotze, vor allem immer dann, wenn Richard Dean Anderson als Mac Gyver seinen Vokuhila und seine genialen Bastelideen aus Büroklammern und alten Kaugummis präsentierte.

Ein absolutes Highlight modernster Technik hielt 1990 in unserem Wohnzimmer Einzug, als meine Eltern in einer der neu gegründeten Videotheken einen Videorekorder ausliehen und wir uns unsere allererste Videokassette anschauten: Go Trabi Go liebe ich bis heute, ich habe den Film schon unzählige Male gesehen. Leider musste das Wunderteil aka Videorekorder schon nach wenigen Tagen zurück gebracht werden und wir hatten bis zu meinem Auszug neun Jahre später keinen eigenen. Deshalb hatte ich zu meinem zwanzigsten Geburtstag einen ganz besonderen Wunsch: Von allen zusammen wünschte ich mir ein kleines Fernsehgerät mit integriertem Videorekorder für meine erste eigene Wohnung:

Das Philips-Gerät in schickem Silber war damals mit das modernste auf dem Kompaktfernsehermarkt und endlich nicht mehr so hässlich schwarz wie die meisten technischen Geräte. Ich schaute zahlreiche Filme damit, kaufte mir einige meiner liebsten Disney-Märchenfilme (ja, ich mag die!) und ließ mir Amélie auf Französisch extra aus Frankreich mitbringen. DVDs, auf denen standardmäßig mehrere Sprachen mitgeliefert werden, gab es damals noch nicht. Wollte man einen Film im Original ansehen, musste man sich das Video im entsprechenden Land besorgen und dabei unbedingt darauf achten, ob die Videoformate dort zu unseren Geräten hier passten.
Was ich nicht ahnen konnte: Der unaufhaltsame Siegeszug der CD/DVD hatte bereits begonnen. Nicht mehr lange und kein Mensch würde sich noch Videos ansehen, ausleihen oder aufnehmen. Aber das ist eine typische Begleiterscheinung unserer modernen Medienwelt: Kaum hat man sich an ein Gerät, ein Format, eine Technologie gewöhnt und kann es/sie sich leisten, ist es/sie längst überholt, das Neueste vom Neuesten türmt sich in den Elektronikfachmärkten und die Technik von übermorgen steht auch schon in den Startlöchern.

Dennoch stand dieser Fernseher bis vor wenigen Jahren noch bei uns im Wohnzimmer. Dann starb eine alte Tante meines Mannes und hinterließ unter anderem einen großen Röhrenfernseher. Zu dieser Zeit hatte aber praktisch jeder längst auf Flatscreen umgesattelt und so hatte niemand Bedarf an diesem sehr großen, sehr schwarzen "Monstrum". Außer uns. Wow, das war ja ein ganz neues Fernseherlebnis in dieser Größe! Da lohnte es sich ja regelrecht, auch mal eine DVD in der Stadtbibliothek auszuleihen und einen Heimkinoabend mit Popcorn zu machen. Das mit den DVDs war auch nötig, denn allzuviel Brauch- bzw. Sehbares läuft ja nicht, ungeachtet der gefühlten Viertelmillion verschiedener Sender. Da wir uns auch vom Bezahl- und Privatfernsehen keine Niveausteigerung erwarteten (hohoho), blieben wir bei den dritten Programmen, schauten ab und zu was Bildendes und sonst einfach gar nix (ganz ehrlich: jeden Abend Tierdokus kann ich einfach nicht *ggg*). Kein Wunder, dass die Kinder sich in der Ostsee-Ferienwohnung als erstes auf den großen Bildschirm mit den vielen Trickfilmsendern stürzten.


Allerdings hatte das gute Bildempfangsgerät zu Hause wohl in seinem Leben schon zu viele Volksmusiksendungen u.ä. senden müssen, zumindest gab es in diesem Sommer endgültig seinen Geist auf. Wir waren halb traurig, halb froh, konnten wir doch nun endlich auch mal ein Auge auf die schicken flachen Geräte werfen, die in jedem Werbeprospekt flimmerten. Wir wälzten also Prospekte und klickten uns durch TV-Text-Internetseiten und hatten bald eine Vorstellung von unseren Wünschen. Wobei ich zugegebenermaßen am meisten mit Beamer und Leinwand liebäugelte, weil wir eben nie Tagesschau oder Frühstücksfernsehen, sondern ausschließlich Spielfilme gucken und ich das Kinoerlebnis so mag (das war finanziell zwar im Leben nicht drin, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen *ggg*). 

Dann kam aber alles ganz anders. Das kleine Schulkind bekam nach über einem Jahr auf der Warteliste endlich den ersehnten Platz für Musikunterricht (Flöte) am Heinrich-Schütz-Konservatorium. Das große Schulkind wünschte sich neben seinem Programmierkurs am Schülerrechenzentrum regelmäßiges Klettern in der Kletterhalle und für die Sommer- und Herbstferien fanden beide tolle Ferienlager für sich. Eine Rechnung nach der anderen trudelte hier ein und spätestens bei dem sehr hohen dreistelligen Betrag für die Musikschule war klar: Fernseher is' nich'. Größere Fahrräder brauchen beide auch demnächst und der Preis für die Kinderbrille des kleinen Schulkindes stand meinen Brillen in nichts nach. Eher im Gegenteil: Meine letzte hat die Hälfte von seiner gekostet.

Und so ist geschehen, was wir nie gedacht hätten: Wir haben meinen kleinen Philips-Fernseher wieder hervorgeholt. Fast wäre auch das gescheitert, denn der Lieblingsmann will diesen seit einigen Jahren schon loswerden. Allein sentimentale Gründe meinerseits haben dafür gesorgt, dass er noch bei uns ist. Für die Sendung mit der Maus reicht der schon noch, aber ich gebe auch zu: Spielfilme machen in "Briefmarkengröße" einfach keinen Spaß. Muss ich halt jetzt öfter mal ins Kino gehen :-) Oder Filme am PC schauen, was wir schon öfter machen. Mediatheken & DVDs haben ja den für Eltern unschätzbaren Vorteil, dass die Filme erst starten, wenn auch wirklich das letzte Kind ins Bett gebracht, die letzte Geschichte gelesen und der letzte Gutenachtkuss verteilt ist :-)

Musik höre ich nach wie vor sehr gerne und das geht zum Glück auch prima zu Hause. Auf die gekauften, geschenkten und selbst überspielten Kassetten (Eros Ramazzotti! Sandra! Roxette!) folgten regalmeterweise CDs, die ich in der schnuckeligen kleinen Kompaktanlage (in Silber!) hörte, die mir meine Eltern zum 18. Geburtstag geschenkt hatten. Mittlerweile befindet sich meine Musiksammlung komplett auf dem PC, ergänzt durch zahlreiche Onlinekäufe und (legale, bezahlte!) Musikdownloads. Meine Kinder haben hingegen jeder eine eigene Minianlage bekommen, noch mit Kassettendeck, um z.B. meine alten Bibi-Blocksberg- und Benjamin-Blümchen-Kassetten zu hören. Doch auch bei ihnen haben längst MP3-Player und Smartphone Einzug gehalten. Meine kleine Anlage steht zwar noch hier, liest aber keine gekauften CDs mehr ein, nur noch gebrannte (!). Ich fürchte, sie steht - wie schon der kleine Fernseher - nur noch aus nostalgischen Gründen hier. Aber wer weiß, vielleicht brauchen wir sie ja eines Tages ganz überraschend wieder? *zwinker*

Und wie Filme und Musik, sind auch viele Bücher bei mir bereits in elektronischer Fassung vorhanden und werden auf meinem schönen roten Sony Reader gelesen. Die Anzahl der elektronischen Geräte hier im Haushalt ist unüberschaubar geworden (die der Ladegeräte leider ebenfalls). Aber zu meinen Erlebnissen rund um die modernen Kommunikationstechnologien erzähle ich euch ein andermal etwas.



Freitag, 3. Oktober 2014

Wendezeiten - Zeitenwende

Heute vor genau 24 Jahren geschah eines der größten Wunder der neueren Geschichte: Aus der DDR und der BRD wurde nach über 40 Jahren der Trennung endlich wieder ein Land! Ein Jahr zuvor hatten friedliche und massenhafte Proteste in der gesamten DDR zum Rücktritt der Regierung und zum Fall der Berliner Mauer am 9. November geführt. Am 30. September 1989 durften nach langen Verhandlungen mehrere Tausend Flüchtlinge aus der westdeutschen Botschaft in Prag in die BRD ausreisen - mussten dafür jedoch noch einmal DDR-Territorium überqueren, wie es Honecker zur Bedingung gemacht hatte. Dazu gibt es einen sehr bewegenden Dokumentarfilm.
Ich war damals 9 Jahre alt und konnte die Ereignisse natürlich noch nicht in ihrer vollen Tragweite erfassen. Gänzlich unbedarft war ich jedoch auch nicht. Was das Leben in der DDR und die deutsche Teilung bedeutete, bekamen meine Familie und ich tagtäglich zu spüren: Meiner Mutter wurden Abitur und Studium verweigert, mein Vater befand sich als Künstler und vor allem nach seiner Erwachsenentaufe im Visier der Stasi. Die Brüder meiner Mutter hatten die Schikanen und Einengungen der DDR-Regierung nicht ausgehalten und waren bereits als junge Männer gen Westen geflüchtet bzw. ausgereist. Damit war die Familie 10 Jahre lang getrennt, Begegnungen waren nur unter großen Umständen möglich, bspw. bei einem gemeinsamen Ungarn-Urlaub. Meine Cousine sah ich vor der Wende nur ein einziges Mal, da waren wir beide vier und fünf Jahre alt. In der Schule waren meine Brüder und ich die einzigen, die keine Pioniere waren. Ein Affront, den wir zu spüren bekamen. Meine Wahl zur Klassensprecherin - damals "Gruppenratsvorsitzende" genannt - wurde abgelehnt. An gemeinsamen Veranstaltungen wie Pioniernachmittagen durfte ich nicht teilnehmen. Vor allem aber durfte ich unter keinen Umständen Klassenbeste sein und mir beim Direktor eine Auszeichnung für mein sehr gutes Zeugnis abholen. Jedes Jahr wieder wurde mir die Tochter eines SED-Parteigenossen unter irgend einem Vorwand vorgezogen. Einen Vorteil hatte das Ganze aber: Da ich - ohne Pionierhemd und blaues Halstuch - eine Schande für die Klasse war, musste ich nach einer Weile nicht mehr an den fürchterlichen Fahnenappellen teilnehmen. Was das ist? Marschieren im Gleichschritt auf dem Schulhof unter dem Bild des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker.
Was es jenseits der Mauer gab, wussten wir aber aus den zahlreichen Paketen, die uns "von drüben" erreichten. und von dem, was meine schwerbehinderte Omi von ihrer jährlichen Westreise mitbrachte (Mit einer Schwerbehinderung erhielt man leichter ein Reisevisum.). Besonders erinnere ich mich an die kleinen Fanta-Päckchen und den Plüschhasen, den mir eine Westverwandte meiner Oma zum 1. Geburtstag schenkte (und der heute noch auf meinem Bett sitzt!). Sehr gemocht habe ich auch die wunderschönen Dirndl, die in den Kleiderpaketen einer mir unbekannten Bekannten aus der BRD steckten. Und die überspielten Udo-Lindenberg-Kassetten. 
Mit dem Mauerfall wurde plötzlich alles anders. Unser ganzes Leben stand Kopf. Meine Schule, bis dahin eine klassische "polytechnische Oberschule" mit Klasse eins bis zehn wurde zur Grundschule umfunktioniert und wir mussten sie verlassen. Aber wohin? Bis dahin kannten wir es doch gar nicht anders, als bis mindestens zur achten Klasse gemeinsam die Schulbank zu drücken. Unsere Eltern und Lehrer konnten uns in dieser Situation auch nicht begleiten, hatten sie doch mit dem neuen System ebenso wenig Erfahrungen wie wir selbst. Wir mussten uns unseren Weg ganz neu und ganz allein suchen.
Wir zogen aus unserer Wohnung aus und kauften ein Haus. Wir hatten erstmals ein Auto - einen knallblauen Wartburg. Die waren jetzt nämlich spottbillig, wo doch alle nur noch VW und Peugeot kauften. Zum ersten Mal hatten wir nun auch ein Telefon zu Hause. Es gab neues Geld. Mickymaushefte. Überraschungseier. Und Glitzerhaarspangen. Meine Großeltern kauften sich ein neues Sofa, ich durfte es mit aussuchen. Ich wählte ein schwarzes mit violetten Kissen, farblich damals absolut topmodisch. Den meeresblauen Opel von Oma und Opa habe ich auch mit ausgesucht. Ich bekam die heiß ersehnte Barbie und meine Mutter verlor ihre Arbeit. Doch nicht nur das: Ihr Beruf wurde komplett aberkannt. Sprechstundenschwestern, eine Kombination aus Sprechstundenhilfe und Krankenschwester, gab es in der BRD nicht, nur entweder das eine oder das andere. Also wurde der DDR-Beruf im Nachhinein als nicht existent eingestuft. Für die Menschen mit diesem Beruf bedeutet das: Sie waren von heute auf morgen ungelernt. Und da die Wiedervereinigung leider nur auf dem Papier eine Vereinigung beider Staaten war, in Wirklichkeit aber eine Annexion der DDR an die BRD darstellte, bei der hier kritik- und gedankenlos alles einfach übernommen wurde, wurden zahlreiche Dinge von einem Tag auf den anderen ausgelöscht. Ob sie gut oder sinnvoll waren oder nicht, spielte dabei keine Rolle. Mehr Geduld, mehr Augenmaß wären nötig gewesen, aber zu diesem Zeitpunkt konnte es vielen scheinbar nicht schnell genug gehen. Auf diese Weise haben wir z.B. ein (bis auf den Staatsbürgerkundeunterricht natürlich) wirklich gutes Schulsystem eingebüßt, das die PISA-Gewinnerländer seinerzeit von hier übernommen hatten. 
Meine Mutter begann noch einmal ganz neu und arbeitete sich in den Beruf der Sachbearbeiterin ein. Was sie seitdem bearbeitet, sind die Akten des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes (Stasi) - sehr brisantes und belastendes Material, vor allem, wenn man die Zeit selbst miterlebt und unter dem System gelitten hat. Aber die einzige sichere Arbeitsstelle, wenn man plötzlich ungelernt ist, aber drei Kinder zu versorgen hat. Und ein Hauskredit abgezahlt werden muss. Als dieser fast getilgt war, lag jedoch plötzlich ein Schreiben eines Anwalts im Briefkasten: Für das Haus seien von den Erben der ehemaligen, von der DDR nach der Ausreise in die BRD enteigneten Besitzer Rückübertragungsansprüche angemeldet worden. Der Kaufvertrag wurde für ungültig erklärt und uns blieb nur die Wahl: ausziehen oder das Haus noch einmal kaufen. Eine Anrechnung der bereits bezahlten Summe erfolgte natürlich nicht, denn die ging ja an einen anderen Besitzer. Als 1989 der Kaufvertrag unterzeichnet wurde, hatte niemand die Möglichkeit solcher Ansprüche erwähnt. Auch die rückwirkende Festsetzung des Stichtages, ab dem Kaufverträge ungültig wurden, war nicht zu erahnen gewesen. Erst recht nicht, dass unser Kaufvertrag nur einen Tag nach diesem Stichtag geschlossen wurde. Von diesen Tiefschlägen hat sich meine Familie nie wieder richtig erholt. Meine Mutter wurde schwer krank, die Ehe meiner Eltern scheiterte, wir Kinder litten unter der Unsicherheit, dem Streit, der Krankheit, dem ständig fehlenden Geld.
Und dennoch finde ich die Wende als Ganzes eine großartige Sache! Weil sie erstens so beispiellos friedlich verlaufen ist. Das wird mir angesichts der Kriege und Krisen in der Welt immer wieder aufs Neue klar. Der Arabische Frühling verlief mit viel Gewalt, in Ägypten eskalierten die Proteste gegen die Regierung, der Maidan in der Ukraine wurde blutig bekämpft, in Hongkong droht die Polizei den Demonstranten der Regenschirmproteste. Meine Eltern waren damals nie gemeinsam auf die Montagsdemonstrationen gegangen, aus Angst, wir Kinder würden allein bleiben, wenn es zu Verhaftungen käme. Zum Glück blieb diese Befürchtung unbegründet. Leipzig feiert diese bewegenden Massendemonstrationen jedes Jahr am 9. Oktober mit einem großen Lichterfest.
Der zweite Grund für meine Begeisterung für die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 ist folgender: Nichts von dem Leben, das ich seit 25 Jahren führe, wäre ohne diese Ereignisse möglich gewesen! Nach der 4. Klasse hätten mich mit dem Übertritt meiner Klassenkameraden zu den Thälmann-Pionieren und später in die FDJ weitere Repressalien erwartet. Abitur und Studium hätte ich völlig vergessen können. Ebenso meine eigene kleine Wohnung mit 19 (für alle, die es nicht wissen: In der DDR war Wohnraum derart knapp, dass man erst nach der Hochzeit, manchmal erst nach der Geburt eines ersten oder gar zweiten Kindes eine eigene Wohnung zugewiesen bekam und bei den Eltern ausziehen konnte). Die Schüleraustausche nach Frankreich. Die Urlaubsreisen quer durch Europa. Das Auslandssemester in Belgien. Bücher, Musik und Filme aus der ganzen Welt. Die inspirierende Professorin aus Germersheim und die nach der Wende gegründete Hochschule für mein zweites Studium. Liebe Freunde aus der ganzen Republik und der ganzen Welt. Den Job des Lieblingsmannes bei einem US-amerikanisches Unternehmen. Die moderne, offene, kindbezogene Pädagogik des Kindergartens für den Kleinen. Die Wahl des speziellen Gymnasiums für den Großen ganz ohne Nachweis von Parteizugehörigkeit o.Ä. Die freien Wahlen. Die Demos gegen Studiengebühren ohne die Angst vor einer Verhaftung oder anderen Konsequenzen. Die Öffnung aller innereuropäischen Grenzen inkl. Reisefreiheit, Arbeitnehmerfreizügigkeit und die Einführung des Euro. 
So viele großartige Möglichkeiten, Erlebnisse und Begegnungen sind nur dadurch entstanden, dass vor 24/25 Jahren viele tausend mutige Menschen auf die Straße gegangen sind. Ich bin sehr dankbar dafür, dass all dies geschehen ist, und das zu einem sehr günstigen Zeitpunkt in meinem Leben.
Trotz aller Schwierigkeiten, die es nach wie vor gibt, ist dieser Tag ein Grund zum Feiern!

Wer mehr wissen möchte:
* Ein interessantes Dossier bietet die Bundeszentrale für politische Bildung.
* Die meiner Meinung nach beste Ausstellung zur deutschen Geschichte vom 2. WK bis heute befindet sich im Haus der Geschichte in Leipzig.
* Zu den Leipziger Spuren der Wendegeschichte hatte ich hier schon einmal geschrieben. 
* Arte bringt derzeit zahlreiche Beiträge zum Thema.
* Im Dresdner Schauspielhaus findet eine Themenwoche mit Theater, Diskussionen, Lesungen, Konzerten, Performances und einem eigenen Radiokanal statt.
* Die Ereignisse von 1989 in Dresden
* Alles zum Herbst '89 in Leipzig
* Ein herrlicher Comic über die Wendezeit aus Kindersicht mit vielen Wiedererkennungseffekten für DDR-Kinder ist Kinderland

Samstag, 20. September 2014

Heute vor 11 Jahren....

... war ein fantastisch schöner Tag! Das Wetter war ein Traum mit fast 30 Grad und strahlendem Sonnenschein, unsere 60 Gäste hatten blendende Laune und mein Freund und ich taten nach sieben gemeinsamen Jahren etwas, das ich jederzeit wiederholen würde: Wie sagten JA zueinander!
Unsere Hochzeit im Leipziger Zoo mit allen Freunden und Verwandten, dreistöckiger Hochzeitstorte einer Freundin, leckerem Essen, roten Luftballons mit Wunschkärtchen, einer tollen Hochzeitszeitung und vielen schönen Programmpunkten unserer Gäste war einfach nur wunderbar! So gern erinnere ich mich an diesen besonderen Tag! Und manchmal ziehe ich, vor allem auf Wunsch von Mann und Kindern, an Tagen wie diesem heute mein wunderschönes champagnerfarbenes Brautkleid mit den kleinen roten Rosen noch einmal an.

Aber das Schönste war und ist der Mann, den ich geheiratet habe! Wir haben in den vergangenen 18 Jahren sehr viele Hochs und Tiefs gemeinsam erlebt und überstanden. Trotz aller Schwierigkeiten und Gegensätze zwischen uns gibt es keinen Menschen, bei dem ich mich so wohl und geborgen und von dem ich mich derart verstanden fühle! Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir auch alle kommenden Konflikte gut meistern können und noch ganz viel Zeit zusammen verbringen können!

Danke für alles, mein Liebling!!!

Auch für die herrlichen Rosen und die Lieblingspralinen in der Herzschachtel! Bei jemandem, der sonst von Romantik dieser Art so gar nichts hält, ist das doppelt so viel wert!

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