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Sonntag, 18. Oktober 2015

Meine Woche

Wenn wir nicht gerade Elterngespräche, Kunsttherapie, Bewegungsgruppe oder Familienergotherapie hatten oder im Rahmen unseres Klinikaufenthaltes klettern, reiten oder im Mineralien-Museum waren, verbrachten wir unsere Zeit mit Lesen & Vorlesen, Spielen, Nähen und Winterschuhekaufen.
Lieber Besuch brachte feine Leckereien aus der eigenen Küche (und dem eigenen Garten) mit, der Handmade-Markt bescherte mir gleich drei komplette Weihnachtsgeschenke für die Familie, eine Münchner Freundin hat bei ihrem Oktoberfestbesuch an mich gedacht und das erste Weihnachtsbuch ist zum Rezensieren hier eingetrudelt. Und schon war die Woche wieder vorbei und die Hälfte unserer Krankenhauszeit geschafft.


Mittwoch, 7. Oktober 2015

Ein ganz besonderes Haus

Ich gehe nicht arbeiten. Das kleine Schulkind geht nicht zur Schule. Stattdessen verbringen wir seit vergangener Woche unsere Zeit hier in diesem Haus:

Wir wissen auch nach anderthalb Jahren intensiver Therapie und Diagnostik noch nicht einmnal ansatzweise, was unserem Kleinen fehlt und was ihm so große Schwierigkeiten bereitet. Es ist schwer, dabei nicht die Zuversicht zu verlieren. Immer wieder denke ich, dass wir trotz aller Mühen noch überhaupt nichts erreicht haben und vielleicht nie mehr wissen werden als jetzt. Trotzdem müssen wir uns immer wieder aufrappeln und weitermachen. Wir haben schon so ziemlich alles ausprobiert, was es gibt (inkl. Kinderpsychotherapie, Ergotherapie, Neurofeedback, Intensivdiagnostik der Ohren, Augen und der Wahrnehmungsverarbeitung, LRS-Überprüfung, Halswirbeleinrenkung weit weg für viel Geld, Gespräche mit Lehrern, anderen Eltern, Kinderarzt, amtlichem Psychiater uvm.) - ohne Ergebnis. Immer hieß es nur: irgend etwas ist mit ihrem Kind, aber wir sind uns nicht sicher, was es genau ist. AD(H)S, LRS, Wahrnehmungs- und -verarbeitungsstörungen, alles war schon im Gespräch, nichts konnte einwandfrei diagnostiziert werden. Fragen wie "Haben Sie schon einmal über Autismus nachgedacht?" oder "Hatte das Kind vielleicht Sauerstoffmangel unter der Geburt?" haben uns zwar nicht weitergebracht, aber sehr verunsichert. Ungefragte Ratschläge von "Das Kind braucht nur mal ordentlich eins auf den Po!" über "ADHS gibt's doch gar nicht, lasst ihn zum Sport gehen, dann ist alles wieder gut" bis hin zu "Da haben Sie wohl eine ganze Menge falsch gemacht in der Vergangenheit!", helfen ebenfalls nicht weiter, machen aber wütend und sprachlos - und verstärken das Gefühl, mit den Problemen alleine dazustehen. 

Nun also Kinderpsychiatrie. Kleines Schulkind und ich. Und fünf andere Familien. Sechs Kinder, die nicht in diese Welt passen. Eltern, die alles versucht haben, aber gescheitert und verzweifelt sind. Ein Team, das versucht zu helfen und eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Nichts an dem kleinen Haus direkt an der Elbe erinnert an ein Krankenhaus. Bilder an den Wänden, Window Color an den Fenstern, Herbstdeko auf dem Tisch, ein gemütliches Sofa, Kaufmannsladen und Eisenbahn auf dem Teppich, die Schränke voller Spiele und Playmobil. 
Und doch: Wie zu Hause fühle ich mich hier nicht. Der Tag ist eine Mischung aus Hektik und Langeweile. Und dem Gefühl des Fremdbestimmtseins. Wann ich wo sein muss und mit wem, wann es essen gibt, welche Regeln für das Einräumen des Geschirrspülers gelten - nichts davon kann ich selbst bestimmen. Dabei ist mir das sehr wichtig und ich fühle mich sehr schnell unwohl, regelrecht eingesperrt, wenn es nicht so ist. Die anderen sind mit sich selbst beschäftigt und fremd. Alle duzen sich, sind freundlich, ein großer Teil der Aktivitäten findet gemeinsam satt. Und trotzdem: Sechs Wochen Zusammenleben mit Menschen, die größtenteils so ganz anders sind als wir. Mit denen ich in meinem Leben sonst höchstwahrscheinlich keinerlei Kontakt hätte. Außer den Kindern gibt es keine Berührungspunkte. Ich gebe zu, dass mir das schwer fällt. Ich gebe zu, dass ich manchmal den Gedanken: "Na, kein Wunder..." bekämpfen muss. Was auch daran liegt, dass ich mich zu gern abgrenzen würde von den Eltern mit solchen Problemen. Weil ich sie selbst so gern gar nicht hätte. Weil ich mich dafür schäme. Weil ich mir selbst vorkomme wie diejenigen, auf die man mit dem Finger zeigt und sagt: "Na, kein Wunder, bei DEN Eltern."
Familienglück sieht anders aus.


Regina

Montag, 30. Juni 2014

Der Zwölftelblick im Juni

Der Juni war definitiv nicht mein Monat. Es ging mir die meiste Zeit gar nicht gut und die Zeit dazwischen war von kraftraubenden Aufs und Abs geprägt. Dazu Kopfschmerzen, Augenflimmern, Bauchkrämpfe und schlechter Schlaf. Dennoch erlaube ich mir fast nichts, was mir gut tut, weil ich immer denke, ich müsste meine Zeit "sinnvoll" nutzen und weiter lesen und schreiben und auswerten. Ich weiß irgendwo im Hinterkopf, dass das nicht gut ist (und spüre es ja auch ganz deutlich), aber die Kraft, irgend etwas zu ändern, neu zu beginnen oder für mich einzufordern, die habe ich einfach nicht. 
Ich kann mich im Moment selbst nicht ausstehen und empfinde mich als Belastung für andere. Ich lese stapelweise Bücher (bevorzugt rosarote Heile-Welt-Liebesromane) und fliehe so vor meiner Wirklichkeit. Ich habe lange nicht mehr so viel Süßes gegessen und hatte dabei immer so sehr das Gefühl, es müsste mich ausfüllen und trösten. Tut es auch, aber leider immer nur ganz kurz. Eine andere Strategie für Seelentrost habe ich (noch) nicht, vor allem nichts, was sich so schnell und einfach zwischendurch, bei allem Stress, erledigen lässt. Was weder Zeit noch Geld braucht wie Urlaub, Schlaf oder eine Massage. Die letzten Wochen waren also ein herber Rückschlag für mein "Projekt", ich konnte nichts Gutes umsetzen, bin sogar ganz stark in alte Verhaltensweisen verfallen. 
Nur eins ist geblieben: Ich esse kein Fleisch mehr. Ich kann einfach nicht mehr ran.
Zwei Wochen war ich krank geschrieben, weil nichts mehr ging, nun ist nächste Woche mein neuer Abgabetermin. Ich hoffe, ich halte bis dahin durch und hab es dann hinter mir. Und ich wünsche mir ganz sehr, dass der Juli dann endlich wieder MEIN Monat wird!
Wegen all dem also auch kein Foto diesen Monat und damit auch keine Verlinkung bei Tabea, denn ohne Bild fehlt der ganzen Sache ja der Sinn.

Ich hoffe sehr, dass mein nächster Bericht hier positiver ausfällt!

Sonntag, 8. Juni 2014

Meine Wochenbilder

Das Kochen übernimmt momentan der Lieblingsmann ganz. Gern mit Pfannkuchen.

Wärme, Wasser, nackte Füße. Große Kinder und unser winzig kleines Planschbecken.

Selbst gebaute Zelte im Garten. Zum Spielen, Lesen - und Übernachten!

Obstsalat: Die Sommervariante.

Kleine Freude für mich und mein Fahrrad.

Mir selber was Gutes tun mit Erdbeer-Bananen-Smoothie und Keks-Smileys.

Süßes Paket der Lieblingsfreundin bekommen. Schon gekostet. Lecker!

Sieben Bilder der Woche nach Carolas Idee. Die Auswahl fiel diesmal nicht schwer, mehr Bilder gibt es nicht. Mehr Leben gibt es gerade nicht für mich, weil alles auf Sparflamme läuft. Krankschreibung, alles auf Anfang. Immer noch alles zu viel. Keine Kraft für nichts. Schulweg des Kleinen, Wäsche aufhängen, mit jemandem sprechen - all das kostet schon mehr Kraft, als ich gerade habe. Unvorstellbar. Unverständlich. Trotzdem leider wahr.

Liebe Grüße von Regina

Donnerstag, 5. Juni 2014

Luft raus

Wie ein Luftballon, bei dem über längere Zeit - pffffffffft - die Luft immer mehr entwichen ist und der nun nur noch schlapp in der Ecke liegt, so fühle ich mich im Moment.
Die Bachelorarbeit setzt mich stark unter Druck (obwohl sie eigentlich keine solche Bedeutung haben sollte, das weiß ich), mein kleines Schulkind macht mir große Sorgen, das Aufgefangenwerden in Familie und Partnerschaft ist zunehmend schwierig. Ich habe das Gefühl, so vielen Erwartungen gerecht werden zu müssen, so viel Last allein zu tragen... Und irgendwann wird einfach alles zuviel und nix geht mehr... Am liebsten möchte ich mein Leben auf PAUSE drücken, nichts mehr hören, sehen, vor allem keine Probleme lösen müssen; ich wünsche mir, dass einfach zur Abwechslung mal alles von alleine läuft, GUT läuft...

Regina

Freitag, 31. Januar 2014

12tel-Blick: Mein ICH-Projekt für 2014

Seit vielen Jahren widme ich mich so vielen Dingen, die um mich herum sind: Familie, Kinder, Kita, Schule, Wohnung, Balkon, Studium... 
Immer wieder werde ich auch dazu gezwungen, mich mit meinem Innersten auseinander zu setzen, ob ich das nun will oder nicht.
Was aber schon viel zu lange (vielleicht schon immer?) auf der Strecke geblieben ist, das ist meine äußere Hülle. Ich bin so erzogen worden, dass es auf Äußerlichkeiten nicht ankommt und nur innere Werte zählen. Nur auf Äußerlichkeiten Wert zu legen lehne ich auch ab. Aber in letzter Zeit ist mir klar geworden, dass es eben auch nicht sein darf, seine "Hülle" völlig zu ignorieren.
Ich hatte mich schon so sehr daran gewöhnt, mit meinem Körper auf Kriegsfuß zu stehen, dass ich es nicht einmal mehr gemerkt habe. Erst, als mein neuer Psychotherapeut sich ziemlich entsetzt gezeigt hat, als ich von mir und meinem Verhältnis zu meinem Körper sprach, ist mir aufgefallen, dass damit wohl etwas nicht stimmt. Um ehrlich zu sein: Ich habe überhaupt kein Verhältnis zu meinem Körper. Ich kenne ihn kaum, ich weiß nicht, was er braucht, was ihm gut tut und was nicht. Ich nehme nur wahr, wenn etwas nicht funktioniert und bin dann sehr wütend auf ihn. Eigentlich habe ich schon seit Jahren das Gefühl, mein Körper würde gegen mich arbeiten, nicht das tun, was ich will, mich absichtlich ärgern. 
Er ist nie so gewesen, wie ich ihn haben wollte. Zart und zierlich wie die anderen Mädchen wäre ich gern gewesen. Elegant beim Ballett und Bodenturnen aussehen, das wäre schön gewesen. Glatte, makellose Haut habe ich mir immer gewünscht, statt dessen mein Leben lang am liebsten lange Kleidung getragen, selbst im Hochsommer, weil ich Arme und Beine nicht zeigen wollte. Die Leberflecke in meinem Gesicht zu akzeptieren hat ungefähr 20 Jahre gebraucht. Eins von den kleinen, zarten Mädchen zu sein, auf die die Jungs immer standen, das hätte mir gefallen. Stattdessen habe ich die meisten Jungs um einen Kopf überragt und musste mir mehr als einmal anhören, dass ich zwar ganz nett sei, aber einfach mal viel zu groß...
Ich sehe Frauen, die sich scheinbar wohl fühlen in ihrem Körper, eins mit ihm sind. Die sich inszenieren können, wissen, wie sie wirken, flirten, sexy sind. Ich habe nicht einmal eine Ahnung davon, wie all das geht, habe es nie probiert. Außer von pfeifenden Bauarabeitern habe ich nie männliche Aufmerksamkeit feststellen können.
Ich habe mir nie gefallen, nicht mit 10, nicht mit 16 (Kleidergröße 38!), nicht mit 20 (Gr. 40), nicht jetzt. 
Mit Ausnahme meiner Schwangerschaften, da habe ich mich mit mir wirklich wohl und rundum schön gefühlt.
Sport machen war für mich die meiste Zeit über ein Graus, weil ich mir zusammen mit einer Gruppe sehr zierlicher Mädchen/Frauen in einem Turnraum mit vielen Spiegeln jedesmal vorkam wie ein Elefant zwischen lauter Gazellen. Viele Kurse habe ich genau aus diesem Grund abgebrochen. Ins Schwimmbad gehe ich auch schon lange nicht mehr.
Ich habe fast zwanzig Jahre lang mit vielen verschiedenen Mitteln hormonell verhütet und nehme seit 7 Jahren einen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Jedes dieser Mittel ging mit einer Gewichtszunahme einher.

Und nun das: Seit letztem Sommer hat sich meine Leistungsfähigkeit massiv verschlechtert: Ich hatte beim Wandern in den Dolomiten und der Sächsischen Schweiz starkes Herzklopfen, Schmerzen in der Brust, war völlig außer Atem und mir war schwindelig. Das kannte ich weder aus den österreichischen Alpen im vorhergehenden Urlaub noch von einer unserer zahlreichen Ausflüge ins Elbsandsteingebirge. Auch nicht von meinen Radtouren quer durch die Stadt oder den Familienradtouren ins Umland, durch die Oberlausitz, an der Ostsee entlang etc. Als es mir dann bereits beim Erklimmen der Treppen in unseren 2. Stock so ging, war der Spaß vorbei. Ein EKG hat zwar Herzprobleme ausschließen können, die Beschwerden bleiben dennoch. Das Blutbild hat einen erhöhten Cholesterinspiegel ergeben und das Einkaufen von Kleidung wird immer mehr zum Spießrutenlaufen. Mittlerweile kann ich die allermeisten Geschäfte gleich links liegen lassen, denn jenseits von Gr. 44 ist da nichts zu holen.
Ich bin aber bereits bei Gr. 48/50 angelangt. Das klingt so gruselig, finde ich. Ich dachte früher immer, solche Größen tragen nur Omas. Das sind in Zahlen 30 Kilo und 5 Kleidergrößen in 7 Jahren. Zu viel. Viel zu viel.

Irgend etwas muss passieren, Nur was? Einseitige Diäten kommen nicht in Frage, Leistungssport genauso wenig. Ich bin schon so weit, dass ich weiß: Es muss eine Mischung sein aus innen & außen, aus Selbstbild und Lebensführung. Es wird also ein größeres Projekt, dieses Projekt "ICH", eines, dass viel aufwirbeln, umstoßen, neu aufbauen wird. Dafür möchte ich dieses noch junge Jahr nutzen. Mehr auf mich selbst zu schauen, mir selbst mehr wert sein, mir Gutes tun, die Bedürfnisse meines Körpers (neu) kenne lernen und darauf Acht geben.
Seit September gehe ich einmal pro Woche zum Zumba. Da dieser Kurs genau zu unserer Abendessenszeit stattfindet, fällt das Essen für mich an diesem Tag aus; ich habe anschließend auch keinen Hunger mehr. An Gewicht oder Kleidergröße hat das allerdings überhaupt nichts geändert.
Ich schließe daraus, dass das noch nicht reicht. Ich nehme nun also zusätzlich einmal pro Woche an Peggys Fitness-Step-Kurs teil und habe mich für Yoga angemeldet. 
Dann bleibt noch, die Ernährung genauer anzuschauen: Obst und Gemüse sind Nr. 1 auf unserem Speiseplan, der Einkaufskorb immer mindestens zur Hälfte damit gefüllt. Brot ist ausschließlich Vollkornbrot (bis auf die Sonntagsbrötchen), Müsli mache ich selbst oder kaufe zuckerfreie Obst-/Nuss-Müslimischungen. Ich liebe Salate, koche meistens vegetarisch und Fleisch esse ich nur in sehr kleinen Mengen. Dafür liebe ich Milchprodukte, die ich aber leider schlecht vertrage. Ungesund an meiner Ernährung ist eigentlich nur meine große Liebe zu Schokolade, Eis und Kuchen.
In letzter Zeit habe ich immer mehr Menschen kennen gelernt, die sich eine alternative Ernährung gesucht haben, die meisten davon leben mittlerweile vegan. Ich habe sie belächelt. Alles Ersatzzeugs für "richtiges Essen", dachte ich. Tofugrillwurst, so ein Quatsch. Gesund kann doch nur sein, was irgendwie unserem natürlichen Speiseplan entspricht, der dann also alles enthält, inkl. Fleisch und Milch und Getreide. Und dann las ich von Menschen, die große Gewichtssprünge allein durch die Umstellung auf vegan gemacht haben, von 20 kg weniger war da die Rede.
Wenn nun also meine bisherige Bewegung und Ernährung meine Gewichtszunahme nicht stoppen können - würde es dann bei mir auf diese Art funktionieren? Wäre mir dann vielleicht auch nicht mehr so oft schlecht, würde(n) meine Verdauung sich normalisieren und die Bauchschmerzen der Vergangenheit angehören? Es klingt verlockend. Ich möchte es probieren. Vorgestern habe ich damit begonnen. Es ist ungewohnt, fühlt sich bisher aber gut an. (Ich gebe ehrlich zu, dass die Tiere an dieser Stelle für mich kaum eine Rolle spielen, auch wenn ich die Zustände natürlich schrecklich finde. Mir geht es allein um meine Gesundheit.) Vielleicht werde ich dabei bleiben, vielleicht werde ich es aber auch wieder verwerfen und etwas ganz anderes probieren. ich weiß es nicht. Es ist ein Teil meines ICH-Projektes in diesem Jahr. Es wird eine Reise, bei der ich das Ziel noch nicht kenne. Das ist ungewohnt, denn ich beginne normalerweise nichts, wenn ich nicht bereits im Vorfeld genau weiß, dass es funktionieren wird. Versagen und Fehler zu machen, das ist meine größte Angst. Aber ich bin an einem Punkt, an dem ich das Gefühl habe: Ich habe nichts zu verlieren. Es kann also nur besser werden.

Das ist also der Grund, warum es hier in diesem Jahr keine weiteren Balkonbilder zu sehen gibt (ähm, mal davon abgesehen, dass sich mein Balkon doch wieder in den Bildhintergrund geschmuggelt hat *ggg*). 

Hier also mein Bild des neuen 12tel-Blickes nach Tabeas schönem Projekt:

Zum Vergleich für die nächsten Monate:
* Größe: 1,76 m
* Gewicht: 100 kg
* Kleidergröße: 48/50
* Ernährung: alles
* Sport: 1x Zumba/Woche, radfahren, wandern
* Beschwerden: Herzklopfen, geringe Belastbarkeit (zeitweise), häufige Übelkeit, Magenschmerzen, Verdauungsprobleme
* Hobbies: backen, nähen, dekorieren, mit anderen zusammen sein, lesen, Kinder
* 1 graues Haar ;-)

Ich bin sehr gespannt, was sich und wie es sich in den nächsten Monaten (und Jahren) verändern wird...

Regina

Mittwoch, 15. Mai 2013

Jeder Tag ist Muttertag

Ich gebe zu, ich war am Sonntag schon etwas enttäuscht. Keine Blümchen, kein Kuchen, kein Extraküsschen - nix. So, als wäre es ein Tag wie jeder andere. Dabei hatten wir die Kinder beide vorher gefragt, ob sie vielleicht Lust zum Kuchenbacken hätten. Nö, hatten sie nicht.
Schade finde ich auch, dass solche Tage in vielen Kitas und Schulen heute überhaupt keine Rolle mehr spielen. Versteht mich nicht falsch: Ich will auf gar keinen Fall, dass immer vor Ostern/Weihnachten/Frauentag/Vatertag/Muttertag etc. alle Kinder zwangsweise eine Bastelbeschäftigung machen müssen, bei der am Ende jede Mutter und jeder Vater exakt das gleiche Geschenk bekommt, zur Not noch von der Erzieherin verbessert. Das ist eine Praxis längst vergangener pädagogischer Tage und das ist auch gut so.
Ich frage mich allerdings, was dagegen spricht, den Kindern einfach nur vom Mama- und Papatag zu erzählen oder vielleicht ein freiwilliges Angebot zu machen. Eine selbstgemalte Karte (ohne Standardtext!), ein paar Blumensamen im Joghurtbecher, das wär doch schon was.
Ein Nachbarskind hat mir erzählt, an seiner Grundschule hätte ein Mütternachmittag stattgefunden, bei dem die Mütter sich einfach nur gemütlich hinzusetzen brauchten und die Kinder haben sie dann mit Kaffee und Kuchen versorgt und Lieder gesungen und auf ihren Instrumenten gespielt oder ein Gedicht aufgesagt. Muss natürlich unbedingt alles freiwillig sein, finde ich, aber sonst ist es eine wirklich nette Idee. Naja...

Es gibt ja auch viele Leute, die über solche Tage schimpfen, den Kapitalismus oder die Floristen oder beide beschuldigen und meinen, das wäre alles völliger Quatsch und einmal im Jahr sowieso viel zu wenig und seine Zuneigung könnte man auch an jedem beliebigen anderen Tag zeigen. Das ist ja prinzipiell völlig richtig. Nur - machen das diese Leute dann auch wirklich? Bringen die Männer, die sich am lautesten über den Valentinstag beschweren, wirklich öfter einfach mal so zwischendurch Blumen mit oder lassen ihre Frau am Wochenende ausschlafen und kümmern sich allein um die Kinder? Da bin ich mir nicht so sicher...
Und ich finde, wenn man sich sonst schon nicht besonders ins Zeug legt und dann auch noch so einen Tag einfach so verstreichen lässt, das ist wirklich gemein und wenig wertschätzend dem anderen gegenüber. (Jaja, der Wert, der holt mich scheinbar neuerdings immer wieder ein...)
Außerdem: Was spricht dagegen, es immer mal zwischendurch UND an diesem besonderen Tag zu tun? Man lässt ja auch keinen Geburtstag ausfallen mit der Begründung, einmal im Jahr wäre Blödsinn und man hätte und könnte und sollte doch stattdessen viel öfter und wann anders...

Klar, Geburtstag ist persönlicher und noch ein bisschen anders, aber für mich fühlt sich das ganz ähnlich an, Geburtstag ignorieren oder Muttertag vergessen. Ist ja als Mutter auch irgendwie mein persönlicher Tag.

Jedenfalls ist mir heute noch ein ganz anderer Gedanke gekommen. Ja, ich habe oft dieses typische Mama-Gefühl: Alles mach ich hier alleine, alles bleibt an mir hängen.
Aber an guten und entspannten Tagen kann ich auch gut sehen, wie lieb meine Männer oft zu mir sind:

* Der Große pflückt mir fast täglich einen Blumenstrauß. Dafür sucht er jeden Tag eine andere Wiese, einen anderen Busch aus. Mal sind es winzige Sträuße mit lilafarbenen Wiesenkräutern, mal eine Sinfonie in Weiß & Gelb, ganz ausgewählt (s. Bild). Manchmal steigt er sogar extra zwischendurch aus Bus und Bahn aus, wenn er besonders schöne Blumen entdeckt, und fährt anschließend erst weiter.


* Er war auch schon extra für mich von seinem Taschengeld beim Bäcker, weil er weiß, dass ich dieses eine ganz spezielle Brot so mag, das es nur zweimal in der Woche gibt.

* Er sagt mir ganz oft, wie gut es ihm bei mir schmeckt und wie sehr er es mag, wenn ich ihm ein besonderes Frühstück mache.

* Der Lieblingsmann denkt im Gartenmarkt oft an mich. Erst letzte Woche hat er mir einen Margeritenbusch mitgebracht, die mag ich so und hab jedes Jahr einen auf dem Balkon. Außerdem hat er mir Ersatz für meinen im Winter erfrorenen Rosmarin mitgebracht, sogar extra winterharten. Ach ja: Um beides hatte ich ihn nie gebeten, er hat es von ganz allein gemacht!


* Wenn ich nicht zur Uni muss, steht er oft mit beiden Kindern auf, macht sie fertig und bringt den Kleinen in die Kita, damit ich mitten in der Woche einfach mal ausschlafen kann.
So wie heute. Dann kann ich in aller Ruhe in der Sonne auf dem Balkon frühstücken, meine Arbeiten schreiben und sogar bloggen ;-) 


* Wenn ich abends weggehen möchte, kann ich das praktisch ohne Einschränkung tun. Kino oder Abendseminar, Party oder Nähbloggertreffen - er kümmert sich dann um die Rasselbande. Dabei ist es ihm eigentlich viel lieber, wenn ich mit da bin und ihm im Chaos beistehe.
Er holt auch zwischendurch die Kinder ab, wenn ich sie mit zu einer Veranstaltung nehme und selbst noch länger bleiben möchte.

* Er steht hinter mir, wenn ich den Hof so gern grüner haben möchte, baut große Holzpflanzkisten und fährt x-mal hintereinander mit dem Rad zum Supermarkt und Gartencenter, um genug Erde dafür anzuschleppen (10 große Säcke waren es letztendlich!).

* Er hat mir diesen Laptop geschenkt, an dem ich jetzt hier auf dem Balkon schreiben kann. Und meine schöne Spiegelreflexkamera, weil ich sie mir so gewünscht habe. Und das, obwohl er selbst gegen technische Spielereien weitestgehend immun ist (aber er entwickelt sie beruflich!!!) und den Sinn dieser Kamera nicht so ganz sehen kann.


*Er hat mir am Sonntag meinen Muttertagsausflugswunsch 100%-ig erfüllt, obwohl er eigentlich eine ganz andere Tour im Sinn hatte und die schon auswendig kennt, die wir gemacht haben.

* Der Kleine ist süß und kuschelig und macht mir viele Liebeserklärungen und freut sich jeden Tag wieder sehr, wenn ich ihn im Kindergarten abhole.

So, und wenn ich mal wieder das Gefühl habe, mich hätte keiner lieb und die ganze Welt ist doof und so, dann guck ich hier ein und lese mir das durch. oder drucke es mir auf A2 aus und tapeziere damit die Wände :-)

Macht euch einen schönen Sonnentag!

Liebe Grüße!


Mittwoch, 8. Mai 2013

Die Wertediskussion geht weiter

Auf meinen Post vom letzten Mittwoch habe ich viele sehr persönliche und herzliche Mails bekommen, die ich gern alle noch in einer ruhigen Minute beantworten möchte. Vielen, vielen Dank schon jetzt dafür!!!

Natürlich mache ich mir nach wie vor Gedanken zu dem Thema, es kreiselt noch. Darf es auch, bei solch einem schwierigen Thema (so empfinde ich es zumindest).
Was ich meiner Krankenkasse wert bin, durfte ich gestern erfahren, als ich meinen Briefkasten öffnete: Meine Therapie wurde abgelehnt.
Jetzt schwanke ich zwischen heulen und schreiend das Krankenkassenhauptquartier stürmen...

Jetzt mal ganz ehrlich, liebe AOK: Eigentlich brauche ich ja gar keine Therapie! Mir geht es blendend, war nie besser! Ich hab bloß zwischen Familie, Studium, Haushalt und sozialem Engagement so viel Langeweile, dass ich mir dachte: So ein netter, junger, gut aussehender Psychologe zum Reden, das wär doch mal was!
Man gönnt sich ja sonst nichts.

Pah!!!

Freitag, 3. Mai 2013

Ich bin es wert...


... Blümchen gepflückt zu bekommen. Jeden Tag einen Strauß. Auf dem Heimweg von der Schule. So lieb!!!

Ich danke euch auch für eure lieben Zeilen gestern, per Kommentar oder Mail!

Habt einen schönen Freitag und startet dann gut ins Wochenende!

Donnerstag, 2. Mai 2013

Was bin ich mir wert?

Wer bin ich für mich, für andere? Wie gehe ich mit mir selbst um? Was tue ich für mich, was gegen mich selbst? Und was bin ich wert? Bin ich überhaupt etwas wert? Und wovon hängt mein Wert ab? Von mir? Von anderen? Von meinem Körper? Meiner Leistung? Einfach nur meinem Dasein?
Das sind im Moment meine großen Fragen, mein (Therapie-) Thema. Und ich finde sie verdammt schwer zu beantworten...

Gläubige sagen oft, jeder Mensch ist für Gott ganz viel wert, einfach nur, weil er da ist, weil er von Gott geschaffen wurde.
Leider glaube ich nicht. Nicht an einen Gott, einen Schöpfer, der uns bewusst und willentlich hervorgebracht hat.

In Erziehungsratgebern steht, dass eine der wichtigsten Botschaften, die Eltern ihrem Kind mitgeben können, die ist, dass es bedingungslos geliebt und wertgeschätzt wird. Ganz und gar unabhängig von seinen Stärken und Schwächen, Talenten, Leistungen und Fehlschlägen. Klingt schön. Zu schön. Wie eine ferne Utopie. Zumindest für mich. 
Ich war es nicht wert, für meine guten Schulleistungen gelobt zu werden.
Ich war es nicht wert, als Klassenbeste zum Direktor zu gehen und ein Geschenk zu erhalten. Nur, weil ich kein Pionier war.
Ich war es nicht wert, von meinen Lehrern ernst genommen, mit Respekt behandelt und von ihnen in meinen Stärken gefördert zu werden.
Ich war es nicht wert, ein Abiballkleid zu bekommen.
Ich war keinen einzigen Liebesbrief, keinen einzigen Verehrer wert.
Ich war es viele Jahre nicht wert, von meinen Schwiegereltern akzeptiert zu werden
Ich war es nicht wert, Unterstützung zu bekommen, als zu Hause alles kaputt ging. 
Meine Meinung war (und ist) es viel zu oft nicht wert, ernst genommen und respektiert zu werden.

Und dann, wenn man groß und erwachsen ist, soll man ein starker, selbstbewusster Mensch sein, weitestgehend unabhängig von der Meinung anderer, stolz auf sich selbst, sich seines eigenen Wertes sicher.
Wenn man nun aber gar nicht weiß, wie das geht?
So wie jemand, der nie zur Schule ging, auch nicht plötzlich lesen kann? 
Dann bleibt man womöglich immer das kleine Kind, das sich Lob und positive Aufmerksamkeit wünscht. Dessen Stärken und gute Leistungen nicht einfach so hingenommen, Schwächen und Fehler aber immer wieder betont werden. Das es eben einfach WERT ist. Liebenswert. Lobenswert. Anerkennenswert.

All das kreiselt in meinem Kopf umher, bislang ohne Antworten. Ob ich die jemals finden, bei mir selbst ankommen werde?
Ich dachte immer, das müsste man mit über 30 bereits längst hinter sich haben... Und fühle mich gleich wieder falsch, defizitär, weil ich es eben noch nicht bin. Weil ich noch suche, anstatt bereits "fertig", gesetzt, in mir ruhend zu sein...

Könnt ihr das? Wisst ihr, wer ihr seid, wo ihr steht und wofür, seid ihr euch etwas wert, mit euch im Reinen?

Fragende Grüße,



Mittwoch, 3. April 2013

Viel zu selten...

 ... besuche ich die von mir aus etwas weiter entfernten Viertel unserer schönen Stadt. Bühlau, den Weißen Hirsch und Loschwitz zum Beispiel. 

Und ebenfalls viel zu selten nehme ich mir eine Auszeit und lasse mich so richtig verwöhnen.
Doch gestern habe ich beides geschenkt bekommen: Einen Besuch auf dem Weißen Hirsch und Wellness pur nur für mich!
Hier durfte ich mich drei Stunden lang mit duftenden Ölen, leiser Musik und warmen Steinen entspannen und die Seele baumeln lassen. Meine Masseurin Linda verwöhnte mich mit einer Kombination aus verschiedenen Massagetechniken wie dem Auflegen heißer und kalter Steine, Akkupressur, einer sanften Kopf- und Gesichtsmassage, einer Fußreflexzonenmassage und einer Behandlung mit dem wohltuenden Schungit-Massagestein, der verbrauchte Energien aus dem Körper ableiten und dafür neue abgeben soll.
Ich bin ein großer Fan sanfter Massagen und habe mich so pudelwohl gefühlt, dass ich am liebsten nie wieder aufgestandenen wäre!!!
Die sehr herzliche Betreuung des ganzen Teams im Vital- und Wellness-Zentrum tat ihr Übriges zu diesem Wohlgefühl.
Wenn ihr auch mal jemandem etwas richtig Gutes tun wollt, bucht ihm eine Behandlung in Bühlau oder anderswo - es gibt kaum ein besseres Geschenk, wenn jemand einfach nur Ruhe und Entspannung braucht!
Ich werde jedenfalls noch lange an diesen wunderbaren Nachmittag denken und sicher nicht zum letzten Mal dort gewesen sein!


Das Vital- und Wellness-Zentrum Dresden befindet sich im ehemaligen Park-Hotel in Bühlau, gleich neben der durch diesen Film bekannten....

... Kakadu-Bar!

Dieses Schlösschen wird gerade saniert - da würde ich gern einziehen...

Nach diesem erholsamen Ausflug holte mich mein Mann in Bühlau ab und wir fuhren gemeinsam mit der Standseilbahn nach Loschwitz hinunter.

Das ehemalige Fährhaus mit italienischem Ristorante, sich anschließendem Schokoladencafé und Gästezimmern.



Malerisch windschiefes Häuschen direkt an der Elbe

Das Blaue Wunder bei Nacht

Ausblick aus der Villa Marie aufs Blaue Wunder

Das italienische Restaurant Villa Marie, in dem wir lecker gegessen haben, bevor wir den Abend mit einem "Mords-Team" im Kino ausklingen ließen.

Ein schöner Tag & Abend und eine sehr gut genutze kinderfreie Paarzeit!

Liebe Grüße!

Dienstag, 13. November 2012

Every cloud...


... has a silver lining. Oder die deutsche Entsprechung dieses englischen Sprichwortes: Auf Regen folgt auch wieder Sonnenschein. Oder ein Silberstreif am Horizont.

Ich freue mich sehr über eure lieben Kommentare und Mails zu meinem gestrigen Post! So viele persönliche Zeilen, Ratschläge, Drücker. DANKE! Das tut wirklich gut.

Nach mehreren vergeblichen Anrufen in der psychosomatischen Abteilung der Uniklinik, bei denen entweder niemand oder der Besetztton ran ging, hab ich eine Mail geschrieben. Kurz darauf hat mich eine Schwester zurückgerufen und mir einen Termin für nächste Woche gegeben. Ich habe ihn sofort genommen, Seminare hin oder her. Es gibt dort zwar gar keine ambulanten Therapieplätze, aber die Möglichkeit eines diagnostischen Erstgespräches. Vielleicht können sie mich aber weitervermitteln oder kennen jemanden, der jemanden kennt, der noch einen Platz frei hat für mich.
Egal wie oder was, ich brauch jetzt erstmal einen Strohhalm. Denn das Schlimmste ist immer diese Ohnmacht. Nicht wissen, was man als nächstes tun soll. Nicht wissen, mit wem man sprechen kann. Wer es aushält zuzuhören. Wer helfen kann. Was helfen kann. Und sich gleichzeitig so bleischwer zu fühlen, dass selbst eigentlich einfache Dinge wie Essen machen, jemanden anrufen oder eben sich um einen Arzttermin kümmern, höchste Überwindung kosten. Oder eben gar nicht gehen.
Watte in meinem Kopf.

Sehr "schön" (naja, schön ist wohl nicht der richtige Ausdruck in dieser Situation...) oder besser, treffend hat es Kathrin Weßling in ihrem Buch "Drüberleben" beschrieben. Und tut es nach wie vor auf ihrem gleichnamigen Blog. Es gibt wahrscheinlich 1001 Art und Weise, wie sich das für jeden einzelnen anfühlt, aber meine Erfahrungen ähneln sehr denen von Kathrin. Bisher bin ich allerdings noch nicht sicher, ob ich das Buch weiterlesen soll, ob mir das gut tut. Auch die vielen Filme, die in den letzten Jahren zu dem Thema erschienen sind, habe ich mir noch nicht getraut anzusehen. Rosarote Happy-End-Geschichten mag ich grad lieber.

Viele Grüße und bis bald mal wieder!

Montag, 10. Oktober 2011

Seelenworte

Ich danke euch von ganzem Herzen für eure lieben Kommentare, Mails und Anrufe!!! Ich habe mich über jedes einzelne liebe Wort so sehr gefreut!!!


Schritt für Schritt geht es mir besser, auch wenn die Hochzeit guter Freunde am Wochenende für mich leider ausfallen musste.
Ich geb mir Mühe, mich nicht hängen zu lassen, rappel mich immer wieder auf. Manchmal mehrmals an einem Tag. Und bin froh, wenn das noch geht mit dem Selberaufrappeln. Wenn nicht, bleib ich im Bett. Und weine viel. Andere Menschen sehen oder gar sprechen geht dann nicht mehr. Schon Small-Talk im Kindergarten ist dann der blanke Horror.
Nichts mehr machen können, keinen Einfluss mehr auf sich selber haben, das ist das Schlimmste, finde ich. Nur noch warten, bangen und hoffen, dass sich das große schwarze Ungeheuer wieder verzieht und ich endlich wieder ich selbst bin. Stark und fröhlich und offen und lebenslustig. Wie ich sein möchte. Wie ich immer war.
Bis die Depressionen kamen...

Seitdem gehören die schwarzen Löcher zu meinem Leben dazu. Ob ich will oder nicht. Die meiste Zeit lassen sie sich umschiffen, die dunklen Tage vor anderen verstecken. Wer mich nicht wirklich gut kennt, merkt nichts. Im Gegenteil. Ich bekomme oft gespiegelt, dass ich gute Laune verbreite, fröhlich bin. Viele fragen, woher ich so viel Elan, Zeit und Energie nehme, auch schon am Montagmorgen. Ich kann der Klassenclown im Studium sein, bringe andere zum Lachen, mache Witze. Ich organisiere alles Mögliche, mische überall mit, mache meine Wohnung kunterbunt, habe ständig Nachbarskinder zum Kochen, Basteln, Spielen in der Wohnung. Ich helfe, wo ich kann, mach mir ständig Gedanken über alle, die mir am Herzen liegen, möchte am liebsten allen alle Herzenswünsch erfüllen.
Aber wenn ich nicht aufpasse, den Kopf zu sehr in den Wolken habe, mich selber davon überzeuge, dass alles immer gut ist, zu sehr an zu viel anderes denke, dann guck ich nicht mehr sorgfältig auf meinen Weg - und fall hin. Und dann dauert es eine Weile, bis ich wieder aufstehen kann. So wie jetzt eben...

Man kann viel lernen und sich selber kennenlernen und dadurch das Hinfallen tlw. vermeiden oder zumindest besser wieder hochkommen. Aber das erfordert unheimlich viel Disziplin. Vor allem in den guten, normalen Zeiten. Dann zu denken, alles ist gut, mir kann nix passieren, ich schaff alles, ist verdammt verführerisch. Und gefährlich. Weil das mit der dauerhaften Superfrauenkraft eben leider in der Realität nicht so funktioniert, wie ich mir das wünschen würde...


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