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Donnerstag, 19. November 2015

Herbstliche Schrammsteine

Als die Bäume noch einige bunte Blätter trugen und der Herbst noch nichts aus Sturm und Regen bestand, waren wir noch einmal in der Sächsischen Schweiz wandern.

Da wir einiges vorhatten, starteten wir sehr früh. Mit der Bahn ging es zuerst einmal bis nach Schmilka-Hirschmühle, welches 51 S-Bahn-Minuten von Dresden entfernt liegt. Im Elbtal war es noch etwas düster und neblig, doch schon nach kurzer Zeit wanderten wir in kurzen T-Shirts im strahlenden Sonnenschein.

Nach dem Überfahren mit der Fähre in Schmilka wanderten wir über die Zwieselhütte, den Heringsgrund, die Heilige Stiege, den Zurückesteig und den Schrammsteinweg zur Schrammsteinaussicht. Dann ging es zum Mittelwinkel zurück und über den Zeughausweg zur Wildwiese. Auf der Wildwiese machten wir - wie schon zur Nachtwanderung - an der offiziellen Feuerstelle eine Mittagspause am Feuer.

Um aus dem Elbtal heraus zu gelangen, muss man erst einmal ziemlich lange ziemlich steil nach oben wandern - uff!

Und wenn du denkst, es geht nicht mehr - dann kommen noch sehr viele sehr lange Eisenleitern :-)

Doch die wunderbare Aussicht entschädigte uns für die Strapazen (als wir wieder Luft bekamen *ggg*).


Das Häuschen an der Wildwiese kam mir schon von Weitem bekannt vor, sah aber jetzt im Hellen ganz anders aus. Vor allem das moosbewachsene Dach mag ich sehr.


Eigentlich wollten wir selbst das Lagerfeuer entfachen, aber direkt vor uns war schon eine andere Gruppe dort und wir konnten uns ans fertige Feuer setzen.

Wir machen es uns gemütlich und packen Brot, Käse, Würstchen, Kartoffeln, Obst und Gemüse aus und brutzeln alles über dem Feuer.

Der Rückweg ist nicht so anstrengend wie der Aufstieg und wir rascheln durch Unmengen rotbrauner Buchenblätter.

Einfach wunderschön!

 


Sonntag, 27. September 2015

Eine Nachtwanderung zu den Schrammsteinen

Für gestern Abend hatten wir uns etwas ganz Besonderes vorgenommen: Eine abendliche Wanderung zum berühmten Sandsteinfelsmassiv Schrammsteine. Ich hatte die Tour als Hochzeitstagsgeschenk für meinen Mann, aber irgendwie ja auch für uns alle gebucht.

Wir steigen also am Nachmittag hier in die S-Bahn bis Bad Schandau, setzten dort mit der Fähre über und waren kurz vor 17 Uhr am vereinbarten Treffpunkt. Gemeinsam mit unserer Bergführerin Gundel und 17 anderen Wanderfreunden starteten wir und ließen uns erst einmal gemütlich mit dem wunderschönen Aufzug in den Ortsteil Ostrau bringen:

Der 1904 erbaute und 1905 in Betrieb genommene Aufzug besteht aus einer 50 Meter hohen filigranen Stahlkonstruktion im Jugendstil. Initiiert und finanziert wurde der Bau des Aufzugs vom Hotelier Rudolf Sendig. Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderschönen Blick ins Elbtal bis hin zum Lilienstein und dem großen Winterberg. Eine Brücke verbindet die Aussichtsplattform mit den Felsen und damit mit den Wanderwegen in die Umgebung.

Unser Weg führte uns noch ein Stück die Straße entlang und vorbei an den wunderschönen Villen im Schweizer Stil, die ebenfalls Rudolf Sendig erbauen ließ. Da der Hang zur Bauzeit der Gebäude noch nicht bewaldet war, bot sich aus den großen Panoramafenstern und -balkonen ebenfalls ein herrlicher Ausblick. 


An der Straße, die Richtung Wald und Felsen führte, stand ein Apfelbaum neben dem anderen - udn die Früchte waren allesamt reif und leuchteten verführerisch. Ein paar konnten wir auch ohne zu klettern erreichen und ließen sie uns schmecken.

Nach diesem gemächlichen Tourenstart folgte eine straffe 4-km-Wanderung durch den Wald zu den Wildwiesen. 

Blick über die Wildwiese zu den Schrammsteinen
 
Endlich lockert die Bewölkung etwas auf.

Blick auf die Falkensteine.

Dort befindet sich eine der zwei einzigen Feuerstellen in der Nationalparkkernzone. Überall anders darf kein Feuer gemacht werden. Und da man in der Kernzone nichts aus der Natur entnehmen und auch nichts zurücklassen darf, mussten wir sowohl das Feuerholz als auch die Grillstöckchen aus dem Tal mit nach oben bringen. Zum Glück war das - auf 17 Rucksäcke verteilt - kein Problem. Mittlerweile war es fast dunkel und wir hatten großen Hunger. Also schnell das Feuer schüren und die mitgebrachten Würstchen grillen. Nur - wie, so ganz ohne Grillrost? Alles, was wir hatten, waren ein paar Stöcke, Schaschlikspieße und eine Rolle Draht. Und so starteten wir eine Art Wettbewerb: Wer schafft es, unter Zuhilfenahme dieser Materialien am besten sein Würstchen zu grillen? Es war ein schöner Spaß, die verschiedenen Versuche und Varianten zu beobachten!

Variante 1: Mein Kleiner holte sein Taschenmesser raus, spitzte seinen Stock an, steckte das Würstchen darauf und legte los. Schon nach kurzer Zeit war es außen knusprig braun und er konnte als Erster losessen. 
Das klappte allerdings nicht immer, weil die Würstchen ziemlich dünn waren und manchmal dabei zerrissen.
Variante 2: Einen Schaschlikspiße von im den Stock bohren oder mit Draht daran befestigen, das Würstchen darauf spießen und dann übers Feuer halten. Leider wurden die Würstchen bei dieser Variante ein Raub der Flammen, weil das dünne Spießchen in Nullkommanichts verbrannte und das Würstchen im Feuer landete. 
Variante 3: Mehrere Schaschlikspieße vorn in den Stock spießen oder mit Draht daran befestigen, Wurst darauf spießen. Schon stabiler.
Variante 4: Zwei Würstchen rechts und links des Stockes mit Draht festbinden. Vorteil: Man kann mehrere Würstchen auf einmal grillen und die Konstruktion lässt sich prima drehen. Nachteil: Es ist anschließend ziemlich mühsam, den heißen und rußigen Draht von Würstchen und Stock zu fummeln, erst recht im Dunklen. 
Variante 5: Ein längeres Stück Draht vorn am Stock befestigen und das Würstchen wie an einer Angel daran befestigen. Vorteil: Mann kann weit genug vom Feuer wegstehen. Nachteil: Das Würstchen brutzelt ungleichmäßig, ist unten schon schwarz, aber oben noch nicht gar.
Variante 6: Ich habe aus dem Draht ein Gitter gewebt, ähnlich einem groben Spinnennetz. Dieses hängte ich an drei Drähten an meinen Stock. Damit konnte ich mehrere Würstchen oder auch Brötchen über die Glut halten und zwischendurch einmal wenden. Meine Variante hat zugegebenermaßen viel Begeisterung hervorgerufen.

Während ein Teil von uns schon mit dem Grillen begonnen hat, erklomm eine kleine Abordnung von uns noch die Schrammsteine. Ausgerüstet mit Kopflampen stiegen sie in nur einer Stunde bis zur Schrammsteinaussicht hoch und wieder herunter. Sehr sportlich! 
 
Mittlerweile war es stockfinster, aber der Vollmond schien faszinierend durch die durchbrochene Wolkendecke.

Anschließend saßen wir noch bis 21 Uhr am Feuer und machten uns dann sehr zügig durch den stockfinsteren Wald auf ins Tal zurück. Ein Hoch auf unsere Kopflampen! Unser Ziel: Die letzte Fähre des Tages, die um 21:55 Uhr zum Bahnhof übersetzte. Mit Rennen schafften wir es 21:54 Uhr. Puh! Unser Zug stand auch schon da und am Dresdner Hauptbahnhof warteten unsere Fahrräder. Kurz nach 23 Uhr waren wir schließlich zu Hause und fielen augenblicklich in unsere Betten. Ich glaube, so sehnsüchtig haben die Kinder noch nie nach Schlaf verlangt *ggg*. Aber schön war's!

Wer jetzt Lust bekommen hat: Unsere Tour fand im Rahmen des Wanderfestivals statt. Der Tourismusverband Bad Schandau, zu dem auch unsere Führerin Gundel gehört, bietet aber auch einiges an, z.B. Kletter- oder Yogakurse.

Verlinkt bei In heaven.


Sonntag, 3. Mai 2015

Wandertag in der Sächsischen Schweiz: Papststeine & Gohrisch

Das lange Wochenende hat uns an allen drei Tagen herrliches Frühlingswetter beschert, heute sogar bei um die 20°C Grad. Klar, dass wir da nicht zu Hause geblieben sind, sondern die Natur erobert haben. Zum Glück gibt es davon ja rings um Dresden herum reichlich und abwechslungsreich noch dazu. Heute zog es uns mal wieder ins Elbsandsteingebirge, genauer gesagt in die Gegend rund um den Papststein

Wir starteten am Bahnhof in Krippen, gingen ein Stück in Richtung Bad Schandau zurück und dann auf der selben Flussseite nach links in den Wald. Mäßig steil ging es zuerst auf einem breiten Weg stetig nach oben, bis der Weg kaum noch zu erkennen war, weil er so schmal und verschlungen durchs Unterholz führte. Über Wurzeln und umgestürzte Baumstämme kraxelten wir weiter, bis wir die Kleinhennersdorfer Steine erreichten. Dort machten wir Rast, plünderten unsere Brotbüchsen und die Kinder kletterten begeistert auf den riesigen Felsbrocken. Kann es einen besseren Spielplatz für ältere Kinder geben?


Über hölzerne Treppen ging es erst ein Stück hinab und gleich wieder hinauf zum Papststein. Hier kehrten wir zum Mittagessen in der Bergwirtschaft Papststein ein, deren Speisekarte uns sehr positiv überraschte. Vielerorts bekommt man ja in Ausflugsgaststätten kaum mehr als Pommes und Bratwurst, aber hier konnten wir uns zwischen Möhren-Kokos-Süppchen, gefüllter Zucchini und feinen Salaten kaum entscheiden. Gratis gab es noch einen überwältigenden Blick auf die Wälder und Felsen der Sächsischen Schweiz bis hin zum Lilienstein (unten rechts hinter den Rapsfeldern) und der Festung Königstein dazu.

Frisch gestärkt stiegen wir fast bis ins Tal hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf, denn der nächste Gipfel wollte erklommen werden: der Gohrisch. Hier wurde aus dem gemütlichen Waldweg voller Sonnenschein und Blaubeersträuchern eine etwas kargere Felsenlandschaft mit sehr engen Spalten und bizarren Formationen. Teils war es so eng, dass man seitwärts gehen musste oder in der Hocke laufen, weil es auf Oberkörperhöhe noch schmaler wurde. Ein absolutes Abenteuer, vor allem für die Kinder. 

Unterwegs entdeckten wir diesen Fuchs, der uns sehr faszinierte.

Auch auf dem Gohrisch war die Aussicht fantastisch.

Über die Schöne Aussicht (auf den Ort und die Festung Königstein) ging es schließlich nach Königstein, wo es für alle noch ein Eis gab. Insgesamt waren wir mit vielen Pausen zum Ausruhen, Essen, Schnitzen und Klettern fünf Stunden und 12 Kilometer unterwegs. Die Tour ist wirklich schön und so abwechslungsreich, dass es den Kindern niemals langweilig wurde. Ich kann diese Wanderung für Familien mit etwas älteren Kinder uneingeschränkt empfehlen, sie macht wirklich Spaß!


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