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Samstag, 2. Juli 2016

Der Himmel über Hellerau

An einem der letzten Wochenenden hatte ich seit Langem mal wieder ganz viel Zeit für mich, denn meine Familie war in die unterschiedlichsten Richtungen ausgeflogen. Deshalb machte ich mich spontan zu einer großen Wanderung auf, die vom Dresdner Wander- und Bergsteigerverein organisiert wurde.

Los ging es in einem privaten Vorgarten eines Vereinsmitgliedes in Hellerau. Das erste Stück führte über sonnige Feldwege (Bild ganz oben), durch neu gebaute Siedlungen nahe des Flughafens, bis es schließlich in den Wald ging. Knifflig an der Streckenführung war, dass die Wanderzeichen ständig wechselten und man ziemlich auf der Hut sein musste, ob man gerade dem roten Punkt, dem grünen oder dem gelben Strich oder den extra angebrachten roten Pfeilen folgen soll. Die schlecht kopierte, sehr grobe Karte, die ich am Start mitbekommen hatte, half mir leider kein bisschen und meine eigene hatte ich in der Aufbruchshektik zu Hause vergessen. So war die Tour etwas abenteuerlich und erinnerte manchmal an einen Orientierungslauf.

Dafür war ich (weil ich als allerletzte gestartet bin) ganz alleine unterwegs und hatte den Wald, die Felder, die Blumen, das Vogelgezwitscher und vor allem dir Ruhe ganz für mich allein. Das fand ich wunderbar.

Ich genoss den intensiven Frühsommerduft der blühenden Hecken und des Waldes, der durch die täglichen heftigen Regenfälle besonders stark war.

Ab und zu hielt ich an, um mit meiner Kamera die schönsten Blumen am Wegesrand festzuhalten, wie diese Knäuelglockenblume hier.

Bei einem kurzen Schauer stellte ich mich unter einem Baum unter und genoss den Ausblick auf Feld und Himmel.

Unterwegs kam ich an Häuschen vorbei, bei denen mich das plötzliche Auftauchen von Hänsel und Gretel oder dem Rumpelstilzchen nicht gewundert hätte *lach*.

Verwunschene Gärten mit gewundenen Wegen, fast reifen Kirschen und üppigen Blüten gab es überall.

Aber auch ganz moderne und doch zum Wald passende Architektur entdeckte ich.

Und überall Rosen, Rosen, Rosen

Pilzige Farbtupfer auf braunem Waldboden

Das große Krabbeln

Wilde Wolken zogen über den blauen Himmel, während die Sonne schön wärmte.
 
Ein Haus zum Verlieben!

Der Rückweg führte über die Gartenstadt Hellerau, ein ganz besonderes architektonisches Ensemble.


Lieblingsstraßenschild :-)

Gegen Ende meiner Wanderung zogen die angekündigten dunklen Gewitterwolken auf, aber ich hatte Glück und stand bei einem Regenguss genau unter einem großen Baum und war beim zweiten bereits auf dem Heimweg. 

Witzige Straßenmarkierung - aber wofür???

Am Ende war ich zwar sehr müde und spürte jede Bewegung in meinen Beinen, aber der Stolz über die geschafften 15 km überwog!


Verlinkt bei In Heaven.

Dienstag, 17. Februar 2015

Ein Buch ganz für mich allein

Bücher sind etwas Tolles! Ganz besonders schön ist es, wenn sie einen direkt ansprechen, zu Herzen gehen und man das Gefühl hat, sie wären nur für einen selbst geschrieben. Das kann man nur noch toppen, indem man tatsächlich ein Buch ganz für sich allein gestaltet. Und genau damit habe ich letzte Woche angefangen.

Dieses Buch ist MEIN Buch. Alles, was darin geschrieben steht und gemalt und eingeklebt wurde, gehört mir, bekam ich geschenkt, mag ich sehr, ist mir wichtig. Es soll allerdings nicht nur einfach ein Sammelalbum mit schönen Postkarten oder Eintrittskarten sein, sondern ein Mut-mach-Buch für dunkle Tage. Manchmal muss ich mich nämlich selbst an all das Schöne in meinem Leben erinnern und es mir vor Augen halten, weil ich es nicht immer sehen kann. Dabei soll mir dieses Büchlein nun helfen.
Vorn auf dem interessant geprägten Buchdeckel klebt eine wunderschöne Postkarte der besten Freundin und das schöne Krönchenband, ein Weihnachtsgeschenk meiner lieben Freundin Julia. Die erste Seite habe ich für eine Geburtstagskarte meiner Grundschulfreundin Jana reserviert, die mich sehr gerührt hat.

Dazu kamen ein Flyer einer ganz wunderbaren Ausstellung, eine Karte mit einem schlauen und sehr wahren Spruch, den ich mir mehr annehmen sollte, und eine Einladung meiner ehemaligen Kolleginnen zur Weihnachtsfeier im Kindergarten (die deshalb etwas Besonderes ist, weil ich dort nur Praktikantin war und trotzdem mitfeiern durfte).

Sommerfreuden mit meiner Abi-Freundin Jana auf meiner schönen Patchworkdecke und noch mehr liebe Post...

...eine Geburtsanzeige von Schweizer Freunden und ein Prüfungsplan der mündlichen Prüfungen inkl. Traumnote...

... Tee tut mir immer gut...

...Zärtlichkeiten auch...

...und noch mehr Post, viele Karten davon mit Liebe selbstgemacht...

...ausgeschnittene Lieblingscartoons, in denen ich mich immer sehr wiederfinde...



...eine noch zu ergänzende Liste mit Dingen, die ich sehr mag (ein Bild meiner Kinder klebt da natürlich auch, das zeig ich hier nur nicht)

...endlich einen guten Ort für meine jeden Herbst wieder leidenschaftlich gesammelten bunten Blätter gefunden...

... Zettelchen mit Mathe-Erklärungen des Lieblingsmannes, der mir seit der 10. Klasse in Mathe und Physik sehr hilfreich zur Seite stand...


...das süße Gummibärchengeschenk des kleinen Schulkinds für mich...

...eine kleine Auswahl der Eintrittskarten fantastischer Stücke & Künstler...

...und eins meiner absoluten Lieblinsglieder seit Jugendzeiten, das ich auch selbst sehr gern singe: "Downtown" von Petula Clark. Meine Klasse war damals sehr begeistert, als ich es vorgetragen habe. Eine schöne Erinnerung. Erst recht, weil das hier genau die Kopie der Noten ist, von der ich es damals gelernt habe und die mir erst vor wenigen Tagen zufällig wieder in die Hände gefallen ist.

Mal sehen, was im Laufe der Zeit noch seinen Platz in diesem "Glückstagebuch" findet, das ein weiteres Bausteinchen in meinem ICH-Projekt (s. Labels) sein soll! Ich freu mich jedenfalls darauf und darüber und schicke diesen Post gleich zum Creadienstag.

Donnerstag, 20. November 2014

Mein Novemberblick

Jetzt ist es auch bei uns angekommen, das typische grau-kalte, unangenehm feuchte Novemberwetter. Bis zum Wochenende konnten wir uns über den goldensten Herbst freuen, den man sich nur wünschen kann. Mein Zwölftelblick auf mich selbst ist dennoch alles andere als dunkel und traurig. Ich habe im (fast) vergangenen Jahr viel über mich gelernt und viel an mir gearbeitet. Es gibt noch einiges für mich zu tun, aber viel hat sich auch schon verändert. Und das so positiv, dass ich mich letzte Woche etwas getraut und mir gleichzeitig etwas gegönnt habe: Zwei professionelle Fotoshootings, eines ganz natürlich draußen in der Natur und eines ganz chic und inkl. Visagistin im Studio. Ein paar der Studiobilder zeige ich euch heute, denn ich mag sie sehr!

Mein Lieblingsbild!

Zu dem mittleren Bild meinte mein Großer: "Da siehst du aber sehr kompetent aus, Mama!" Auch ein schönes Kompliment, wie ich finde. Vor allem in Hinblick auf den bevorstehenden Bewerbungsmarathon.

Was es sonst noch zu sagen gibt: Ernährungstechnisch bin ich bei (fast) fleischloser Kost geblieben und denke gerade über ein vegetarisches Weihnachtsmenü nach. Schwierig ist das manchmal, da ja der Rest der Familie isst wie immer und ich daher Fleisch und Wurst kaufe, zubereite, auf den Tisch stelle etc. Da beiße ich dann ab und zu auch mal in ein Wiener Würstchen oder ein Stück Lende, muss ich zugeben. Allerdings machen wir in der Familie neuerdings Halbe/Halbe, denn das große Schulkind hat sich ebenfalls komplett vom Fleisch verabschiedet. Ihm wird erst nach und nach bewusst, was das wirklich bedeutet (z.B. wenn eine Kartoffelsuppe mit Speck zubereitet wurde, auf dem Käsebrötchen ein paar Schinkenkrümel liegen oder der Salatteller in der Schule Schinkenstreifen enthält). Aber er hat sich das vorgenommen, weil er nicht will, dass für ihn Tiere sterben müssen, und er hält eisern durch. Der Kleine ist unser größer Wurstfan, sorgt sich aber zunehmend um die Tiere. Mal sehen, wo uns unsere Reise diesbezüglich noch hinführt...
Ich habe außerdem meine große Liebe zu ausgefallenen Salaten ausgebaut und esse abends nur noch ausnahmsweise Brot. Es ist allerdings gar nicht so einfach, eine Menge an Salat zuzubereiten, von der ich richtig satt werde und von der der Rest der Familie auch noch eine Schüssel abbekommt. Das ist dann nämlich richtig viel. Ganz zu schweigen vom Schweinehund, der immer mal überwunden werden muss, um die stets frisch benötigten Zutaten einzukaufen ;-) Meine Favoriten sind dabei Mischungen mit Nüssen, Früchten und Käse zusätzlich zu den Salatblättern, mjam! Wenn ihr also leckere Salatrezepte jenseits von Nudel- und Kartoffelsalat kennt, freue ich mich sehr, wenn ihr sie mit mir teilt!

Der erste Yoga-Kurs ist vorüber und auch, wenn es mich jeden Mittwoch wieder einige Überwindung kostet, abends noch einmal bis auf die andere Elbseite zu fahren, habe ich mich zum nächsten Kurs wieder angemeldet. Als guter Vorsatz schwirrt zudem noch das Üben zu Hause in meinem Kopf herum,  ist aber bisher noch nicht ernsthaft in Bauch und Beinen angekommen *ggg*. Irgendwie fühlt es sich auf dem Wohnzimmerteppich immer peinlich an, während die gleichen Übungen im Sportraum völlig ok sind.

Einige Sorgen bereitet mit noch mein berufliches Selbstwertgefühl und damit die nötige Selbstsicherheit, die ich in Bewerbungsgesprächen zeigen können sollte. Noch kann ich mich selbst nur schwer davon überzeugen, für eine berufliche Herausforderung wirklich geeignet zu sein. Aber vielleicht muss ich einfach erst einmal irgendwo anfangen, um zu merken: Es geht doch!
Und auch die ganz große Frage, ob ich eine gute Mutter bin, wird vor allem bei Schwierigkeiten immer wieder neu aufgeworfen. Ich befürchte, diese Zweifel wird frau nie so richtig los... Und wenn da doch bloß nicht die Sache mit den eigenen hohen Ansprüchen wär ;-) Aber das kriegen wir auch noch hin. Spätestens, wenn wir Enkel haben, wissen wir dann wieder, wie man das alles richtig macht *lach*.

Alle 12tel-Blicke sammelt wie immer Tabea, die diese schöne Aktion auch erdacht und initiiert hat.

Lasst es euch gut gehen!

Freitag, 26. September 2014

Mein 12tel-Blick im September

Letztes Jahr war ich immer ganz pünktlich mit meinem Zwölftelblick vom Balkon. War ja auch leicht: Das Model (= der Balkon) war stets fotogen, ein Fotograf (= ich) immer zur Hand. Seit ich den Blick aber nun mehr auf mich selbst richte, ist nix mehr leicht: Das Model muss sich nun erstmal selbst ein bisschen zurechtmachen und ansehnlich finden und einen extra Fotografen brauch ich auch noch. Dann der Text: Letztes Jahr: Aktuelle Blumenbepflanzung, ein paar Worte zum Wetter, fertig. Dieses Jahr: Rekapitulierung der vergangenen Wochen, Blick auf Waage und Speiseplan, Erforschen meines Inneren usw. Ach ja, und das Wetter, das muss natürlich auch mitspielen. Während ein Balkon im Herbstregen völlig ok war, möchte ich kein tropfnasses Foto von mir haben ;-)
Naja, und deshalb gab es im August auch kein Bild. Weil alles irgendwie nicht zusammengepasst hat. Da der Oktober aber nun schon mit großen Schritten naht, hier mein aktueller Septemberblick nach Tabeas Idee:

Dieses Foto entstand an unserem 11. Hochzeitstag vergangenes Wochenende im Großen Garten. (Es ist nicht schief, sondern die Brücke schlägt einen Bogen über den Carolasee!)

So einiges ist passiert, seitdem ich mit diesem Projekt hier begonnen habe. Allerdings ganz anders, als ich es geplant oder erwartet hatte. Angefangen hatte ich ja im Februar mit einer Ernährungsumstellung auf vegan, vor allem mit dem Ziel einer deutlichen Gewichtsabnahme. Nach zwei veganen Monaten habe ich beschlossen, diesen Versuch zu beenden, lebe aber seitdem fast ausschließlich vegetarisch. Da ich keinen Dogmatismus mag, halte ich mir Ausnahmen offen und bestelle z.B. manchmal im Restaurant einen Braten. Dabei achte ich auf Qualität und, wenn möglich, Bio-Erzeugung. In der Brand-Baude werden bspw. zahlreiche Gerichte aus regionalen Produkten angeboten. Dort habe ich neulich auch einen hervorragenden Sauerbraten aus Gallowayrindern gegessen, die direkt in der Sächsischen Schweiz weiden. Auf Eier möchte ich nicht verzichten, verwende sie allerdings sparsam und kaufe ausschließlich Bio-Eier von regionalen Höfen. Um weniger Schokolade zu essen, verzichte ich beim Einkaufen darauf, so dass kaum etwas zu Hause vorrätig ist. Ich tigere also mehrmals täglich mit großem Schokoladenappetit zum Schrank und schau nach, aber leider ist er meistens leer ;-). Ein wenig muss ich aber doch davon essen, sonst wird mein Appetit riesig und ich esse dann gleich ganz viel auf einmal. Auch doof. Deshalb: Lieber öfter mal eine kleine Portion als ein komplettes Verbot. Bei Milchprodukten verwenden wir ausschließlich fettreduzierte, statt Butter gibt es Pflanzenmargarine (außer zum Backen oder mal auf frisches Brot) und abends mache ich mir meistens einen großen Salat. Ich quäle mich also nicht, achte aber auf meine Ernährung. Deshalb mache ich zwar gewichtsmäßig keine großen Sprünge, bin aber auf die 6 kg Minus trotzdem stolz! Meine Waage zeigt jetzt also 94 kg an. Damit bekomme ich zwei Hosen wieder zu, die vorher nicht mehr gepasst haben, prima!
Viel wichtiger finde ich aber mittlerweile etwas ganz anderes: Trotz des fast unveränderten Gewichst hat sich mein Körpergefühl verändert! Irgendwann im Laufe der letzten Monate kam mir nämlich ein Gedanke: Was, wenn mein Körper- und Selbstwertgefühl gar nicht so sehr von meinem Gewicht abhängt, wie ich denke? Wenn es sich nicht automatisch verbessert, nur, weil ich eine kleinere Kleidergröße trage? Wenn es also eigentlich auf etwas ganz anderes ankommt? 
Woher dieser Gedanke kam? Nun, ich hatte versucht mich zu erinnern, ob und wann ich mich früher einmal wohl(er) in meiner Haut gefühlt hatte. Die Antwort: Nie. Traurig, aber wahr. Ich war nie eine zarte Elfe und schon immer eine der Größten in der Klasse, aber mit 18 Jahren und Kleidergröße 36/38 hätte ich mich doch schön und schlank fühlen können, oder? Habe ich aber nicht. Ich habe immer unter dem gelitten, was ich an mir nicht mochte, und konnte das Schöne nicht genießen. Klar, um meine Locken wurde ich bereits in der Schule beneidet und meine Oberweite füllte mehr aus als die der meisten anderen Mädchen und Frauen. Ich hatte nie mit Pickeln zu kämpfen und mochte das schöne Braun meiner Haare und Augen. Dennoch schaute ich immer zu den kleinen zarten Mädchen und meinte, so sein zu müssen wie sie. Elegant den Schwebebalken entlangschweben, Beschützerinstinkte wecken, bei den Jungs begehrt sein - all das gelang mir nicht. Vor allem aber war ich nicht schüchtern und sagte offen meine Meinung. Das ist nun ganz und gar nicht ladylike und man eckt oft damit an - Emanzipation hin oder her. Lehrer empören sich, Männer erschrecken. Irgendwann begann ich mich also immer nur falsch zu fühlen. Das überdauerte bis heute. Egal wo ich hinkam, ich fühlte mich nie cool, lässig, elegant, sportlich, weiblich, intelligent, alternativ, jugendlich, alt und was-weiß-ich-noch genug. Immer glaubte ich, anders sein zu müssen, um gemocht und akzeptiert zu werden. Und mich selbst zu mögen und zu akzeptieren. Und wollte doch gleichzeitig nie sein wie die anderen. 
Jetzt habe ich aber für mich entdeckt, dass ich vielleicht doch nichts verändern muss, dass es auch so gehen könnte. Ich habe aufgehört, bestimmten Kleidergrößen und Mädchenidealen nachzutrauern und suche stattdessen nach Dingen, die mir und zu mir passen. In jeder Hinsicht. Im Frühjahr entdeckte ich gleich zwei Läden, in die ich mich bisher nicht hinein getraut hatte: Gudrun Sjöden und Ulla Popken, die vor allem tolle Kleider im Sortiment haben. Seitdem trage ich viel seltener Jeans und T-Shirt, sondern gönne mir wieder öfter schöne Kleider, die ich so sehr liebe (als Kind weigerte ich mich jahrelang, Hosen anzuziehen!). Zu dem Kleid auf diesen Bildern meinte die Verkäuferin bei der Anprobe übrigens: "Wir haben dieses Kleid schon oft verkauft, aber bei den wenigstens sah es so gut aus wie bei Ihnen!" Hach! 
Ich achte mehr als zuvor auf Bewegung, zwinge mich zum Radfahren, auch wenn ich mich am liebsten ganz bequem in den Bus setzen würde, und versuche meine Angst vor anstrengenden Wanderungen wieder zu überwinden  und trotzdem loszulaufen (nachdem ich im letzten Jahr zweimal am Berg Luftnot bekam und mir fast schwarz vor Augen wurde). Zur Not eben etwas langsamer. Und: Es funktioniert! Endlich habe ich auch einen lang gehegten Plan in die Tat umgesetzt und mich zum Yoga angemeldet. Die zwei Stunden bisher haben mir gut gefallen, wenn sie auch deutlich anstrengender waren, als ich das von früher in Erinnerung hatte. Mit Frau Malou als Begleitung kann ich meinen inneren Schweinehund auch gleich viel leichter überwinden als allein. 
Doch nicht nur Bewegung und schöne Kleider gönne ich mir (wieder), auch beim Einkaufen achte ich jetzt mehr auf mich. Die Abstecher in einen der örtlichen Bioläden genieße ich sehr als etwas, das ich hauptsächlich für mich tue. Und auch bei Kosmetik gönne ich mir nun ausschließlich die von meiner Haut für sehr gut befundene Vitamin-E-Pflegelinie aus dem Bodyshop. Und noch etwas mache ich wieder öfter, was ich lange aus Zeitmangel vernachlässigt habe: Mir die Nägel zu lackieren. Ich mag das sehr und kann kaum an Nagellackregalen im Laden vorbeigehen, ohne nicht mindestens nach tollen Farben Ausschau zu halten oder gleich eine neue Lieblingsfarbe mitzunehmen. Als junges Mädchen hatte ich eine Palette aus zig verschiedenen Nagellacken zu Hause und lackierte oft jeden Fingernagel in einer anderen Farbe oder malte Muster und Schnörkel auf. Ganz so bunt geht es bei mir jetzt nicht mehr zu, aber die einzelnen Farben dürfen nach wie vor gern kräftig sein. Zu zart passt nunmal einfach nicht zu mir, jawoll! Für den herbst finde ich neben einem dunklen Rot ein tiefes Pflaumenlila wunderschön, im Sommer kam ich an einem sandfarbenen Lack mit dem bezeichnenden Namen "Sand Tropez" nicht vorbei. Mal sehen, vielleicht wage ich mir ja mal wieder an ein dunkles Smaragdgrün wie früher...

Alles in allem fühle ich mich jetzt viel wohler in meiner Haut als noch am Anfang des Jahres. Ein schönes Gefühl!!!



Freitag, 25. Juli 2014

Sommerlicher Zwölftelblick


Es ist mal wieder Zeit für einen von 12 Blicken nach Tabeas Idee. Diesmal habe ich sogar gleich zwei Bilder im Gepäck, quasi als Ausgleich fürs letzte Mal ;-)

Auf dem ersten sieht es sehr nach großen Veränderungen aus:

In Wahrheit ist es aber nur eine neue, etwas rötlichere Haarfarbe und gekürzte Haarspitzen. Als die Friseurin mich dann fragte, wie sie meine Haare trocknen bzw. stylen solle, habe ich mich für die Methode entschieden, die ich sonst nicht haben kann: ein Glätteisen. Obwohl ich meine Locken sehr liebe, war ich doch neugierig, wie ich mit richtig glatten Haaren aussehe. Nun weiß ich's - und ihr auch :-)
Erkenntnisgewinn Numero zwei: Ich werde mir ganz sicher kein eigenes Glätteisen anschaffen (hatte mal mit dem Gedanken gespielt, weil ich gern immer mal anders aussehe). Wenn schon der Profi derart lange damit beschäftigt ist, dann ist das definitiv keine Aufgabe für mich. Fix waschen und zur Not (nur im Winter) noch fönen, mehr veranstalte ich mit meinen Haaren nicht. Allerdings musste ich meiner Friseurin versprechen, nicht erst wieder in zwei Jahren vorbei zu kommen. Das ist bisher nämlich mein üblicher Turnus gewesen...
Das Ergebnis hielt allerdings nur zwei Tage, denn nach dem nächsten Waschen sah ich wieder aus wie vorher. Nur eben mit einem Rotschimmer in den Locken.

Ansonsten hat der Stress jetzt endlich nachgelassen. Es sind noch zwei Hausarbeiten übrig, aber um die kümmere ich mich erst nach den Ferien. Jetzt habe ich erstmal ein Weilchen Pause und Erholung nötig. Die Wärme hat zur Folge, dass ich wenig Hunger verspüre, erst recht nicht nach Süßem. Dafür könnte ich mich in die vielen Früchte, die jetzt Saison haben, nur so hinein legen. Ein bisschen Naschi gab es natürlich trotzdem zu meinem Geburtstag, aber das ist etwas ganz Besonderes und so genieße ich es auch nur Stück für Stück: kleine Täfelchen aus dunkler Schokolade, gefüllt mit cremigem Karamell und bestreut mit gefriergetrockneten, säuerlichen Waldbeeren. Ein Gedicht!

Mein Gewicht ist unverändert, aber in den letzten Monaten war mein Alltag so anstrengend, dass ich keine Zeit und Muße hatte, mich mit zusätzlichen Dingen wie Sport oder Ernährung zu beschäftigen. Vor Beginn meiner Arbeit hatte ich ein Probetraining in einem Frauenfitnessstudio. Allerdings konnte mich die Kombination aus eigenartigen Geräten, ekligen Eiweißdrinks und der Ansage, die Ernährung müsse "Low Carb" sein, nicht davon überzeugen, einen Vertrag über ein ganzes Jahr abzuschließen. Den Yogakurs habe ich mir aber schon fest vorgenommen. Den hat mir übrigens auch meine (neue und ganz wunderbare) Frauenärztin empfohlen, und zwar gegen Regelschmerzen. Die haben mich in letzter Zeit sehr gequält, obwohl ich das sonst nicht so kenne. Die erste Frage meiner Ärztin war: "Haben Sie im Moment viel Stress?" Und dann prophezeite sie mir ein Ende meiner Beschwerden, wenn der Stress nachlässt. Und wirklich, seit der Abgabe meiner BA-Arbeit sind die Schmerzen wie weggeblasen. Diesen Zusammenhang hätte ich zugegebenermaßen nie vermutet. Wieder mal etwas gelernt zum Thema Psychosomatik.

Überhaupt war der Juli ein Monat des Lernens, wenn ich so darauf zurückblicke. Auf die richtig harte Tour muss(te) ich lernen, mein Selbstwertgefühl nicht von Zensuren und Prüfungsergebnissen und damit von der Meinung anderer abhängig zu machen und das Bild anderer von mir nicht immer sofort und ungefiltert zu übernehmen. Bis ich das wirklich verinnerlicht habe, wird es aber wohl noch eine Weile dauern. Der schöne Vergleich meines Therapeuten zu diesem Thema: "Wenn irgend jemand sagt, Sie wären ein rotes Auto, fangen Sie doch auch nicht an zu hupen!" Er bringt immer mal so hübsche Sätze, die mir im Gedächtnis haften bleiben. Ein anderes regelrechtes Mantra im Moment ist "Ich bestehe nicht nur aus meinen Gefühlen.". Und er hat mir meinen Serotoninwiederaufnahmehemmer wieder verschrieben. Drei Monate war ich "ohne" und sehr froh darüber. Aber nach den letzten Wochen war zu deutlich, dass ich ohne das Medikament Spannungen und Stresssituationen viel schlechter aushalten kann und aus einem Tief auch deutlich schwerer wieder herauskomme. Während ich in der Regel dafür zwei Tage brauche, hat es diesmal mehr als zwei Wochen gedauert. Tja, man kann sich eben nicht alles aussuchen und wenn es mir so besser geht, ist es wohl ein guter Grund, es zu nehmen. 

Und weil vieles in letzter Zeit schwierig war, nun aber besser geworden ist, gibt es zum Schluss noch ein entspanntes Urlaubsbild:

Mit den Füßen in der Isar bei Bad Tölz


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