Donnerstag, 2. Juli 2015

Juniheißer Zwölftelblick

So, nachdem mein 12tel-Blick wegen unserer Kur im Mai pausieren musste, geht es nun mit einem sommerlich warmen Blick auf den und vom Hohen Stein im Juni weiter.
Meine Motivation dafür war, um ehrlich zu sein, nicht so besonders groß. Was sollte sich schon im Vergleich zum letzten Besuch auf unserem "Hausberg" verändert haben? Alles ist dich und grün, oder? Als ich dann aber um die Ecke bog, staunte ich sehr. Statt saftiger grüner Wiesen empfing mich eine trockene braune Heufläche! Das vormals kleinkindhohe Gras lag nun platt und herbstfarben am Boden, knisterte unter meinen Sandalen und pikste meine Füße. 

Blick 1: Vom Rodelberg auf Dresden-Plauen:


Zum Vergleich alle Bilder des letzten halben Jahres:


Blick 2: Vom Hohen Stein Richtung Plauenscher Grund:


Zum Vergleich:


Von dieser Bank aus fotografiere ich im Liegen meinen Blick 3: Von der Bank in den Himmel:
 

Zum Vergleich:


Januarbank:



Noch grüner und zugewachsener ist mein Blick N° 4: Der Aussichtsturm:


Zum Vergleich:
 
 
Blick 5: Die Streuobstwiese

Auch hier wurde die Wiese gemäht (oder vielleicht gesenst?), das Laub ist noch dichter und dunkelgrüner geworden und die ersten kleinen Äpfelchen hängen an den Ästen:



Zum Vergleich:


Die Wiese fotografiere ich von diesem Baum aus, der vor lauter kletterndem Bewuchs kaum noch zu sehen ist:


Blick 6: Steinbänke ganz oben auf einem Plateau:


Zum Vergleich:


Blick 7: Das Flächennaturdenkmalschild:
  

Zum Vergleich:


Insgesamt ist es noch dichter geworden und dunkelgrüner, das Gras ist hoch und blüht. Blüten gibt es kaum noch, dafür erste kleine Früchte. Auch von den Vögeln ist nicht mehr viel zu spüren. Haben sie im Frühjahr noch laut gesungen und sind mit ihren Schnäbelchen voll Nestbaumaterial durchs Gebüsch gehüpft, verstecken sie sich jetzt im kühlen Schatten und man hört sie nur noch ganz früh am Morgen.

 Alle Infos und Verlinkungen zur Aktion gibt es bei Initiatorin Tabea.
Alle meine 12tel-Blicke findet ihr hier.


Mittwoch, 1. Juli 2015

Mein Juli

Heute beginnt er, mein Lieblingsmonat! Warum ich ihn so mag? Na, ist doch klar: Es ist der Monat der Sommerferien, der unendlichen Eis-Orgien - und meines Geburtstags! Und den mag ich auch beim 35. Mal noch sehr, sehr gern :-)

Und was hält er noch so bereit, der Juli?

* die Geburtstage von Mama, Papa, Oma, zwei Onkels (ja, da hat sich die Familie super abgesprochen), darunter ein Sechzigster und ein Achtzigster
* das Schulsommerfest des großen Kindes
* leider immer noch die Suche nach einer neuen Schule fürs kleine Kind
* viieele Blumen auf dem Balkon, in der Vase, in meinen Haaren
* ein Jubiläum im Lieblingscafé
* eine Vorpremiere im Theater und noch einmal den großartigen und musikalischen Hamlet
* die Miniklassenfahrt des Großen
* noch einen Schwung Kissen nähen fürs Schulsommerfest des Kleinen
* mein Sommerkleidchen fertig nähen
* Geschenke zu vielen Geburten im Freundeskreis nähen
* an die Kur denken und mich heimlich ein bisschen dorthin zurückwünschen
* viele Arzttermine (wegen der nicht anerkannten Diagnose dürfen wir jetzt nochmal *buh*)
* ein Sommerfest zum Thema Wasser auf einer "Insel"
* mein Beitrag zur Sommer Mail Art

Hui, das ist aber ganz schön viel! Und dabei sind das nur die Highlights und der Alltag noch nicht inbegriffen. Und das viele Eisessen auch nicht *lach*. Zum Glück sind die Tage jetzt schön lang, da schafft frau mehr *ggg*.

Ich wünsch euch einen schönen Juli!!!
Und ich danke allen ganz, ganz herzlich für die vielen liebe und ermutigenden Kommentare und Mails auf meinen Post vom Wochenende!!! Ihr seid so lieb!


Dienstag, 30. Juni 2015

Sommer-Ohrschmuck


Der Sommer ist da und ich habe keine Sommer-Ohrringe. Und weil das ja überhaupt gar nicht geht, musste dringend etwas unternommen werden. Ein paar Fimo-Reste, Ohrhaken und ein bisschen Sommerfantasie - und fertig war mein neuer Ohrschmuck:

Leckeres Eis (in den Sorten Schoko, Himbeer-Joghurt & Stracciatella)...

...feine Törtchen, dicke Schmöker als Urlaubslektüre und die unerlässlichen Flipflops

Weil ich einmal dabei war, habe ich gleich noch sämtlichen Schmuck repariert, der sich so angesammelt hatte, und einen witzigen Schlüsselanhänger gebastelt.

Mit meinen Creadienstags-Projekten wünsche ich euch einen herrlichen Sommertag!


Sonntag, 28. Juni 2015

Wolkenverhangene Zeiten

Hu, war das eine nasse, kühle Woche! Vom Sommeranfang war so gar nichts zu spüren! Aber wenn der Alltag ruft, kann man aufs Wetter keine Rücksicht nehmen und muss trotzdem raus. Mehr als einmal bin ich dabei bis auf die Haut durchnässt gewesen, aber zum Glück auch immer wieder getrocknet *lach*. Manchmal konnte ich den Regenschauern aber auch etwas Gutes abgewinnen: So musste ich mich die ganze Woche nicht ums Gießen von Blumen und Gemüse kümmern und hatte einige wunderschöne Fotomotive für Katjas Wolkenbilder (so wie der herrlich bunte Morgenwolkenhimmel über unserem Balkon [oben] und die leuchtenden Wolkenfetzen über dem Turm der Frauenkirche [unten]).

Andererseits passte die dichte Bewölkung mit einigen kleinen Sonnenstrahlen dazwischen auch gut zu meiner Stimmung, die zwischen Hoffen und Bangen, Erleichterung und Verzweiflung schwankte. Leider überwog am Ende die traurige Gewissheit, mit unserem Problem noch kein Stück weiter gekommen zu sein. Unserem kleinen Schulkind geht es in der Schule immer schlechter und auch die Beziehung zur Lehrerin ist größtenteils durch Vorwürfe und Abwertungen, aber leider auch nach zwei Jahren nicht durch eine gute Zusammenarbeit zum Wohl des Kindes geprägt. Die ADHS-Diagnose wurde nicht anerkannt, der Nachteilsausgleich nicht gewährt. In einem unfassbar abwertenden Gespräch mit einer Förderschullehrerin wurde unser Kind wörtlich als "fauler Blender" bezeichnet, der bitte in der Schule "richtig rangenommen" werden sollte. Wir wurden allen Ernstes gefragt, ob uns denn klar wäre, dass Üben beim Lesen und Schreiben notwendig sei und ob wir wenigstens manchmal mit unserem Sohn Hausaufgaben machen würden. Ich war so entsetzt, dass mir keine Antworten einfielen.

Ein Sonnenstrahl zeigt sich für uns, als wir wenigstens an einer der Dutzenden (!) Schulen, an denen wir unser Kind fürs neue Schuljahr angemeldet haben, einen Gesprächstermin erhielten. Alle anderen Schulen hatten bereits auf unsere Mails, Anrufe und Aufnahmeanträge postwendend abgesagt. Man sei voll, hieß es überall. Wahlweise auch, man habe mit den ausländischen oder Integrationskindern schon genug Probleme. 
Dass dieses Gespräch nun auch noch an unserer Wunschschule, nämlich einer der beiden Dresdner Waldorfschulen, stattfand, freute uns ganz besonders. Leider hielt diese Freude und damit leider auch die Vorfreude unseres kleinen Schulkindes nur einen Tag lang, bis auch von dort die Absage kam. Dabei sollte er die ganze nächste Woche zum Schnuppern hinkommen. Es tat mir so leid, ihm von der Absage erzählen zu müssen!

Stark und wie ein Fels in der Brandung müssen wir für unser(e) Kind(er) sein, dabei sind wir selbst ganz verzweifelt, schlafen schlecht und grübeln ununterbrochen, was nach den Sommerferien nun werden soll. Allein - wir haben es nicht in der Hand. Es sei denn, wir halten uns an den "dezenten" Hinweis, den wir jetzt bereits von zwei Pädagoginnen erhalten haben: "Wandern Sie doch aus, in vielen umliegenden Ländern gibt es die Möglichkeit, Kinder zu Hause zu beschulen."

Das Verrückte: Vor der Schule ging es unserem Kind noch gut. Seit dem Schulanfang kommen immer neue Probleme und Verhaltensweisen hinzu, die wir von ihm nicht kannten und die seinem Naturell teilweise komplett widersprechen. Seitdem hören wir ununterbrochen, wir trügen die alleinige Schuld daran, wir wären eben unfähig, unser Kind gut zu erziehen. Wir haben daraufhin ein enormes Programm losgetreten, stecken einen Großteil unserer Zeit, Kraft und auch eine Menge Geld in Therapien aller Art. Nur der Erfolg, der bleibt aus. Auch nach einem Jahr mit zwei bis vier Terminen pro Woche. Zu schaffen ist das überhaupt nur, weil wir entschieden habe, dass ich nach dem Ende meines Studiums keinen Beruf ergreife, sondern mich ausschließlich ums Kind kümmere. Ich tue das gern für ihn - finde es aber gleichzeitig traurig, dass es überhaupt nötig ist.

Nun waren wir ja drei Wochen zur Kur. Das bedeutete nicht nur drei Wochen Abstand von allem hier, sondern auch drei Wochen Kinderbetreuung à sieben Stunden täglich mit rund dreißig anderen Kindern von sechs bis zwölf Jahren. Also beileibe keine Sondersituation mit wenigen Kindern bei 1:1-Betreuung. Und dennoch: Ich hatte drei Wochen lang ein liebes, ruhiges, unauffälliges Kind, dass keine einzige der von der Schule beklagten Verhaltensweisen zeigte. Und über dessen Diagnose sowohl Ärzte als auch Pädagogen und Mitpatientinnen nur den Kopf schütteln konnten. Unruhe im Speisesaal, herumrennende Kinder, die ständig vom Tisch aufsprangen? Andere, nie meines. Zappelige Kinder bei der Mama-Kind-Entspannung? Meins lag 45 Minuten lang ganz ruhig da, ließ sich massieren, Geschichten erzählen, massierte mich. Bemalte T-Shirts und Seidentücher, spielte mit mir und anderen Kindern ein Brettspiel nach dem anderen, baute mir einen indischen Elefanten aus Holz, schmirgelte Speckstein. Geduldig, bis zum Ende.
Einzig sein sehr angeschlagenes Selbstwertgefühl fiel auf, weil er sich nach zwei Jahren dauernder Misserfolge und Abstrafungen in der Schule kaum noch etwas zutraut. "Ich lerne sowieso nicht besser lesen", sagt er schon selbst, "ich lese nur noch, um das Wenige, was ich bisher gelernt habe, nicht wieder zu vergessen". Ich könnte heulen, wenn er so etwas sagt. Und die Lehrerin? Sagt, wenn er doch mal einen Erfolg hat, beim Bankrutschen gewinnt: "Ich hätte es ja besser gefunden, du hättest verloren!" (Wurde uns im Elterngespräch auch noch einmal so gesagt.) Unfassbar? Für unseren Sohn tägliche traurige Realität.

Dann die Rückkehr in die Schule nach der Kur: Keine Begrüßung, kein Nachfragen, wie es war, nicht einmal einen Sitzplatz hatte er mehr. Wie kann man nur so gemein zu einem Achtjährigen sein? Und wie kann man als Mutter sein Kind tagtäglich einer so abwertenden Umgebung ausliefern, an Menschen, die nur seine Schwächen sehen, ihm aber jede Stärke, jede positive Eigenschaft absprechen? Ich hadere schon sehr lange genau damit und bewundere Familien, die sich der Schulpflicht widersetzen. Leider ist das in Deutschland nur möglich, wenn man auf Weltreise geht - oder man hat mit sehr ernsthaften Konsequenzen zu rechnen, von denen hohe Geldstrafen noch das Harmloseste sind.

Und jetzt? Jetzt bleibt das Kind zu Hause. Krank. Ich schicke es nicht wieder dorthin. Und wenn wir bis August nichts Neues gefunden haben? Dann weiß ich auch nicht weiter. Vielleicht muss ich dann doch auf Weltreise gehen. Oder nach Polen ziehen...

Freitag, 26. Juni 2015

Fremdgeblümelt


Diese Woche habe ich ich viele Stunden in Wartezimmern und auf Schulfluren verbracht. Im Flur unserer homöopathischen Arztpraxis stand da dieser schöne Wiesenstrauß vor der immer wieder interessanten Wanddeko aus kräftig grünen und knallroten, abgeschrägten Leinwänden:


Und da dachte ich mir: Warum sollte ich freitags immer nur eigene Blümchen zeigen, wenn es doch auch andernorts tolle Sträuße gibt? Gesagt, Handy gezückt, getan. Wartezimmerblüten fürs Holunderblütchen.


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