Sonntag, 3. April 2016

Himmlisches Griechenland

Dieses Jahr haben wir Ostern ganz weit weg von Schokoladenhasen und Mistwetter verbracht - nämlich in Griechenland. Nach ein paar Tagen voller Großstadttrubel bei Freunden  in Athen sind wir noch einmal acht Stunden mit der Fähre auf die Trauminsel Santorini gefahren. Bei Temperaturen um die 20 °C im Schatten und strahlendem Sonnenschein spazierten wir unter einem knallblauen Himmel durch postkartenschöne blau-weiße Dörfer, freuten uns über Blumen und Blüten überall und genossen das Leben in Tavernen und Strandcafés und beim Baden in der Ägäis.
 
Mimosen! Zitronen! Margeriten! Feigen!

In kleinen Häfen tummeln sich bunte Fischerboote...
... und auf den Balkonen trocknet Wäsche im Frühsommerwind.
  
Im Städtchen Oia wartet hinter jeder Hausecke ein neuer, atemberaubender Ausblick.


Ihr müsste jetzt ganz tapfer sein: Griechenland ist einfach so wunderbar fotogen, dass es in nächster Zeit hier noch eine Menge Bilder zu sehen geben wird :-)

Verlinkt bei In heaven

Freitag, 18. März 2016

Frühling in der Küche

Nur wenige Tage vor dem kalendarischen Frühlinganfang wird es auch draußen richtig frühlingshaft. Viele Bäume und Sträucher blühen schon üppig, die Vögel zwitschern um die Wette und seit gestern strahlt die Sonne ganz herrlich dazu. Wie schön!

Auch auf unserem Küchentisch hat der Frühling unverkennbar Einzug gehalten. Beim Wocheneinkauf bringe ich mir oft einen Strauß Tulpen mit; die Vergissmeinnicht und das schöne Holzkörbchen mit den Traubenhyazinthen sind aus einer kleinen Gärtnerei auf meinem Arbeitsheimweg. Zum Wässern und Einpflanzen habe ich diesmal keine typischen Gefäße, sondern mit Milchkanne und Jumbotasse etwas aus dem Haushalt verwendet.

Dazu etwas frühlingshafte Lektüre, um meinen freien Tag zu genießen. Gestern endete nämlich mein Honorarvertrag und damit mein Deutschkurs und der nächste beginnt erst am Montag. Deshalb habe ich es mir nach dem Wegbringen des kleinen Schulkindes und dem Wocheneinkauf erst einmal mit Zeitung und Karamellcappuccino gemütlich gemacht.

Für den Nachmittag stehen jedoch noch einige Termine am anderen Ende der Stadt an und das Wochenende wird ebenfalls arbeitsreich mit einer ganztägigen Weiterbildung und der Unterrichtsvorbereitung für meinen neuen Kurs in einer Flüchtlingsunterkunft. Deshalb muss auch die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr für mich leider ausfallen.

Verlinkt beim Friday-Flowerday

Ich wünsche euch einen ganz feinen Freitag und ein wunderbares Frühlingswochenende!



Mittwoch, 16. März 2016

Welch eine Verkettung

Hurra, die Perlen kullern nicht mehr nur in einer schönen Schachtel vor sich hin, denn die ersten sind bereits zu einer Kette verarbeitet worden. Anlass für die schnelle Verarbeitung ist der Ehrentag der Schwiegermutter. Zusammen mit naturfarbenen und braunen Baumwollbändern und verschiedenen kleinen perlen und Silberteilen entstand diese Baumlerkette. Ich mag sie sehr und hoffe von Herzen, dass sie dem Geburtstagskind ebenfalls gefällt. 




Sonntag, 13. März 2016

Noch mehr Perlen

Heute fand Tag drei meines Perlenkurses statt. Deutlich routinierter nach drei Übungstagen und mit einem eigenen Brenner ausgestattet (gestern und vorgestern mussten wir uns abwechseln), ging ich in die Serienproduktion *lach*. Am späten Nachmittag nahm ich insgesamt 34 Perlen (von allen drei Tagen) mit nach Hause.
Besonders schön finde ich die meeresfarbenen Perlen mit den kleinen eingeschlossenen Luftbläschen oben.

Für ein Kettenprojekt habe ich einige Perlen in Brauntönen gestaltet. Die vorderen beiden sind auch mit der Luftbläschen-Glasüberfang-Methode gefertigt; für die beiden rechts (bzw. hinten) habe ich zuerst einen Twisty ( also einen verdrehten Glasstrang aus ineinander gezwirbelten verschiedenfarbigen Gläsern) gemacht und dann auf eine einfarbige Grundperle aufgelegt.

Meine schwarz-bunte Lieblingsperle von gestern wollte ich unbedingt reproduzieren. Wie schwer es ist, eine Perle identisch nachzubilden, habe ich dabei festgestellt. Zuerst erwischt ich das falsche Schwarz, das viel matter wirkte und dadurch auch die bunten Punkte aus feinem Glasgranulat (Fritten) weniger stark hervortreten ließ.Mit dem richtigen Schwarzton erreichte ich dann zwar wieder die Farbigkeit, die ich wollte, aber die Form ist weniger rund geworden. Naja, für zwei identische Ohrringe muss ich wohl noch etwas üben *ggg*.

Hier noch einmal alle Perlen von heute im Überblick. Sehr angetan haben es mir auch Perlen aus Klarglas, die wirken so richtig schön glasig und leicht. Rechts oben habe ich grüne Wirbel und Blümchen auf Klarglas gearbeitet (rechts) und winzige Glasblümchen (Murrini) auf einfarbige Grundperlen gesetzt und mit Klarglas ummantelt (links). Meine schicke schwarze Luftbläschenperle ist leider beim Lösen vom Dorn geplatzt, aber auf Karens Ratschlag hin habe ich sie aufgehoben, um sie mal in einer Collage oder gar in einem Silberschmiedekurs weiter zu verwenden. Ganz links unten ist eine weiter kleine Klarglasperle mit roten Verwirbelungen zu sehen, daneben wurde ein weiß-blauer Twisty auf eine weiße Perle aufgelegt und eingeschmolzen. Ihr Innendurchmesser ist mit 4 mm deutlich größer als der der anderen Perlen, damit sie auf mein Pandora-Armband passt. Ganz rechts unten sehr ihr noch meine Kollektion aus Perlen in Rot, Schwarz und Weiß bzw. Elfenbein, ebenfalls gezielt für ein Kettenprojekt gestaltet. Hier kamen die Techniken Streifen-Marmorierung, Dreiecke, Stäbchen, Verziehen zum Herzchen (2x) und Querstreifen mit Überfang (2x) zur Anwendung. Die Perle ganz rechts war mein erster Versuch der kniffligen Streifenherstellung, links daneben dann der deutlich besser gelungene zweite Versuch. Wenn ich im Bastelladen dann noch die passenden Baumwollbänder erworben habe, kann die Schmuckproduktion losgehen.

Und weil einige danach gefragt haben: Hier meine misslungene erste Murrini-Perle, die ich noch glühend heiß  mit so viel Wucht ins Abkühlgranulat (Vermiculit) gestoßen habe, dass die grüne Grundperle sich gelöst und einen Hügel gebildet hat. Stab und Perle werden nun als Anschauungsobjekt für einen typischen Anfängerfehler bei unserer Kursleiterin verbleiben, aber ich durfte dafür eine ihrer schönen Perlchen mit nach Hause nehmen.

Samstag, 12. März 2016

Kunterbunte Glasperlen selbst gemacht

An diesem Wochenende habe ich mir einen großen Wunsch erfüllt und die Herstellung der wunderschönen Glasperlen kennen gelernt. Gemeinsam mit vier anderen perlenbegeisterten Frauen ließ ich mich von der Glasperlenkünstlerin Karen Zerna in die hohe Kunst des Perlendrehens einweisen.

Zuerst muss frau sich für eine der vielen wunderschönen Glasfarben in Stabform (s. Bild ganz oben) entscheiden (das ist der zweitschwerste Punkt beim Perlen). Dann werden der in Trennmittel getauchte Dorn und der erste Glasstab am Brenner auf 800-1000°C erwärmt.

Nun kann das Wickeln beginnen: Vorsichtig setzt man das orangefarben glühende Glas auf den ebenfalls glühenden Dorn und wickelt es langsam und gleichmäßig ab. Das klingt einfacher, als es tatsächlich ist, denn meine Perlen waren anfangs immer eher eiförmig. Da heißt es dann, geduldig weiter zu drehen, bis Beulen und Huckel ausgeglichen und gleichmäßige Perlen entstanden sind.

Soll die Perle noch dekoriert werden, folgt dieser Schritt jetzt. Die Schwierigkeit dabei: Bis auf Weiß und Transparent glühen alle Farben orangerot, so dass man während des Herstellungsprozesses vom Muster nichts sieht. Man muss sich praktisch merken, welche Farben man bereits verwendet hat und wo das Muster ungefähr angeordnet ist.

Soll es eine Pünktchenperle werden, tupft man vorsichtig und gleichmäßig kleine Mengen Glas einer anderen Farbe auf die Kugel. Diese hält man dazu natürlich wieder in die Flamme, muss aber aufpassen, dass sie sich dabei nicht wieder verformt. Für erhabene Pünktchen kann die Perle so bleiben, für ebene wird weitergearbeitet.

Wenn aus den Pünktchen Herzen oder Blätterranken werden sollen, verzieht man sie mit einem Messer, ähnlich den Mustern mit Himbeersauce auf Vanillepudding. Alles glüht orange und man sieht nicht mehr, so die Pünktchen eigentlich sitzen? Dann schneidet man "blind". Oder das Messer rutscht auf der glatten Glaskugel sowieso zur Seite und erwischt damit nicht die Mitte der Pünktchen, dann ist es auch egal, ob man sie sieht *ggg*.

Wieder alles in der heißen Flamme glätten und schön rund drehen.

Ist die Perle fertig? Dann wird sie gaaanz langsam und immer noch drehend von der Flamme entfernt und anschließend in einem Gefäß mit Vermiculit, einem aufgeschäumten Mineralgranulat, versenkt. Das isoliert sehr gut und verhindert dadurch, dass die Perle ihre Wärme zu schnell abgibt und durch den Temperatursprung platzt.

Vorhin erwähnte ich, dass die Farbauswahl der zweitschwerste Teil des Perlens sei. Hier nun der mit Abstand schwerste: Wenn die Perle fertig gewickelt und verziert ist, aber noch so heiß, dass die Farben noch nicht wieder sichtbar sind, darf man sie nicht anschauen! Man muss sie mindestens eine Stunde lang im Vermiculit liegen lassen! Erst dann darf die Perle ins Wasserbad, um das Trennmittel aufzuweichen und sie von ihrem Dorn zu lösen. Trennmittel auswaschen, abtrocknen - endlich fertig! Nun sieht man zum ersten Mal, wie sie wirklich geworden ist, die Perle. (Und leider auch, ob sie nix geworden ist. Weil die Farben sich so ähnlich waren, dass das Muster so gut wie keinen Kontrast bildet. Oder man die noch viel zu heiße Perle ohne ordentliches Abtempern und mit viel zu viel Wucht ins Vermiculit gesteckt und damit eine an einen Atompilz erinnernde Form geschaffen hat...)

Hier sind jedenfalls meine Ergebnisse der letzten beiden Tage. Ich mag sie, obwohl sie weit entfernt von perfekt sind und einige ursprünglich ganz anders aussehen sollten. Auffällig ist, dass ich nicht einmal zu meiner absoluten Lieblingsfarbe Rot gegriffen habe...

Morgen gibt es dann Teil drei des Kurses, in dem wir noch einige kompliziertere Techniken kennen lernen. 

Ich bin ein großer Fan dieser wunderschönen Perlen und trage liebend gern Glasperlenschmuck. Aber die Herstellung ist deutlich schwieriger, als ich erwartet hatte. Ich meine, ich arbeite ja schon sehr lange mit vielen verschiedenen Kreativtechniken und stelle mich dabei meistens auch recht geschickt an. Deshalb hatte ich, um ehrlich zu sein, auch erwartet, dass mir das Perlendrehen nicht schwer fallen würde. Das tut es jedoch und zwischendurch ist es manchmal etwas frustrierend, wenn man vor sich Karens perfekte Kunstwerke liegen sieht und an den Nachbarbrennern viel gleichmäßigere Perlen als die eigenen entstehen. Das Glasperlendrehen ist also vermutlich ein Kunsthandwerk, das viel mehr Übung und Geduld (und ja, auch Misserfolge) als andere Techniken braucht, um es richtig gut zu beherrschen. Meine Sorge, dass mich das Perlen so sehr packt, dass ich umgehend einen eigenen Brenner zu Hause haben möchte, war also unbegründet. Das probiere ich dann doch lieber weiter unter so fachkundiger und geduldiger Anleitung wie der von Karen. 

Dennoch bin ich gespannt auf morgen und freue mich schon, aus meinen Perlen etwas Tragbares zu kreieren.


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