Montag, 1. Februar 2016

Mein Februar


 
"Januar, Februar, März, April, die Jahresuhr steht niemals still..." - so singt es Rolf Zuckowski. Wie recht er damit hat, denn jetzt ist es schon wieder November. Hatte das neue Jahr nicht gerade erst angefangen? Wobei es mir andererseits auch vorkommt, als würde ich schon ewig unterrichten. Habe ich wirklich erst vor fünf Wochen damit angefangen? So viel Stoff haben wir schon durchgenommen, so dicke Hefter gefüllt, uns so gut kennen gelernt...

Das werden wir natürlich im Februar auch weiterhin tun, außerdem werde ich

* die Kinder in den Skiurlaub verabschieden
* den Geburtstag des Lieblingsmannes feiern
* der Geburt der Zwillinge einer lieben Freundin entgegenfibern
* eine Bluse für mich nähen
* die Theaterstücke Nathan der Weise und Morgenland gemeinsam mit meinen Schülerinnen und Schülern ansehen
* Dostojewkis Idioten kennen lernen
* mit meiner Klasse einen Stadtrundgang durch Dresden machen
* Geburtstagskarten an viele Freundinnen schreiben
* den Frühling im Palais besuchen
* mein erstes Lehrerinnengehalt in einen Flug für die ganze Familie nach Griechenland investieren
* das kleine Schulkind zu vielen Terminen begleiten, u.a. zum Kindercasting für ein Theaterstück
* eine Woche die Wohnung ganz für mich allein haben
* einige neue didaktische Methoden und das Vermitteln schwieriger deutscher Phonetik erlernen  
* Frühjahrsblüher auf den Wiesen suchen
* die Stille auf dem letzten Stück meines Arbeitsweges genießen
* die Dresdner Nähbloggerinnen beherbergen

Wie? Der Februar hat nur 28 Tage? Nee, dieses Jahr sind es doch 29 - also reichlich Zeit für alles *lach*

Samstag, 23. Januar 2016

Winterhimmel

Diese Woche hat sich der Winter und damit auch das Geschehen am Himmel von seiner besten Seite gezeigt. Klirrend kalt war es, bis zum -15°C zeigte das Thermometer tagsüber an! 

Der kälteste Tag dieser Woche, der Freitag, begann mit diesem blitzblanken Morgenhimmel.

An einem leicht bewölkten Tag hatte ich von meinem Schreibtisch aus diesen Sonnenuntergangsblick.

Und am Montag bauschten sich diese Winterwolken über meiner Arbeitsstelle. Gut, dass ich zufällig meine Kamera dabei hatte, um sie festzuhalten.

Gestern machte ich dann einen ausgedehnten Spaziergang durch den winterlichen Großen Garten und fror mir beim Versuch, ein paar Vögel oder Eichhörnchen vor die Linse zu bekommen, fast die Zehen ab ;-)

Die zauberhaft vereisten Zweige hingegen hielten ganz still *lach*

Das Herzstücks des Stadtparks, das Palais im Großen Garten, finde ich zu jeder Jahreszeit wunderschön. Ende Februar beginnt dort wieder die floristische Frühlingsblumenausstellung Frühling im Palais, auf die ich mich schon jetzt freue.

Eisig kalt war es, aber doch so schön, dass ich für 300 m eine geschlagene Stunde gebraucht habe!

Anschließend bin ich noch eine kleine Runde durch die Altstadt gebummelt und habe knallrote Winterbeeren vor einem leuchtend blauen Himmel und goldenen Akzenten am Dresdner Zwinger fotografiert.

Heute Morgen war dann der Himmel komplett hellgrau und seitdem schneit es wie verrückt. Herrlich!

 























Verlinkt bei In Heaven


Freitag, 22. Januar 2016

Rosenrot

Diese Woche ist es hier ganz ruhig, denn ich bin krank geschrieben. Am Dienstag hatte ich eine Zahn-OP, aber anders als die letzten Male, fühle ich mich wunderbar. So kann ich die freie Zeit sehr genießen und mache lauter schöne Dinge, zu denen ich seit Beginn meiner neuen Arbeit nicht mehr gekommen bin. Zum Blumenladen spazieren und mir einen Strauß schenken, zum Beispiel. Oder vormittags einen langen Winterspaziergang machen, ohne auf die Termine oder Bedürfnisse der Familie Rücksicht nehmen zu müssen. Da mein Arbeitsweg morgens zwei Stunden beträgt (ich bringe das kleine Schulkind vorher noch ans andere Ende der Stadt in die Schule), ich dann 6 Stunden unterrichte, eine Stunde Rückweg habe und abends ca. zwei Stunden vorbereite, mache ich außer Arbeiten, Essen und ein wenig Haushalt im Moment gar nichts anderes (wie man auch an meinem Blog hier sieht *zwinker*). Willkommen im Berufsleben also. Nur wundert es mich, woher so viele andere Bloggerinnen neben Beruf und Familie noch die Zeit und Energie zum Kreativsein und Bloggen nehmen...

Einzige Kreativbeschäftigung aktuell bei mir: Kalenderbilder ausmalen. Den Kalender hat mir ein griechischer, in London lebender Freund zu Weihnachten geschenkt und seitdem malen die Kinder und ich abends und auf Zugfahrten in trauter Dreisamkeit entspannende Bildchen aus. Sehr schön.

Diese traumhaften Blüten brauchen kaum Beiwerk, deshalb habe ich den Strauß ganz schlicht binden lassen.

Dicke Knospen und zarte Beeren - ich finde die Kombination wunderschön!

Über dem Strauß hängen weiße und metallene Herzen und Schneeflocken im Fenster - sehr passend zur dick verschneiten Winterlandschaft draußen.

 
Neben dem Rosenstrauß steht eine kleine Hyazinthe, das Dankeschön der Musiklehrerin unseres Jüngsten für sein Vorspiel vergangene Woche.

Verlinkt bei Friday-Flowerday.


Ich wünsche euch ein wunderbares, winterweißes Wochenende!

Sonntag, 3. Januar 2016

Dezemberrückblick

Im Dezember habe ich nicht viel hier gepostet. Ich hatte, ehrlich gesagt, überhaupt keine Lust dazu. In den Monaten zuvor habe ich oft genug mehrere Stunden an einem Post gearbeitet (fotografieren, Bilder bearbeiten, Text schreiben...), dass ich irgendwann dachte: Das ist eindeutig zu viel Zeit, die du da investierst und nicht mehr für andere Dinge hast. Vor allem, da die Resonanz ernüchternd war, meistens nicht mehr als ein, zwei Kommentare geschrieben wurden, oft genug auch gar keiner. Da habe ich mich dann schon gefragt, für wen ich eigentlich so viel Herzblut und Zeit investiere...
Außerdem habe ich in den ersten zwei Wochen im Advent so viel gebacken, gebastelt, genäht und ehrenamtlich gearbeitet, dass ich zu nicht mehr viel anderem gekommen bin. Und der Winter hat ja den großen Nachteil, dass man nur ganz kurz am Tag ordentliches Fotolicht hat. Wenn man allerdings am Nachmittag bäckt, kann man frühestens am nächsten Vormittag wieder vernünftige Fotos machen - wenn dann noch etwas übrig ist *lach*.
Der dritte Grund fürs Nichtbloggen war eine Menge Stress und Streit und Ärger an den ersten Adventswochenenden, der mich viele Nerven gekostet und mir die Weihnachtslaune ganz schön vermiest hat. 
Und als dann hätte etwas Ruhe einkehren können, habe ich spontan die Stelle der Deutschlehrerin übernommen und tagelang nichts anderes als den Kurs vorbereitet und mich ins Thema eingearbeitet. Wohnung putzen, Baum schmücken, Geschenke einpacken - das haben alles Mann und Kinder gemacht, während ich arbeiten war. Sehr ungewohnt, dieser Rollentausch, aber auch sehr schön.


Ein paar kleine Eindrücke von meinem bzw. unserem Dezember möchte ich aber doch mit euch teilen, manche davon sind auch auf den Bildern oben zu sehen:

Wir haben 

* die älteste unserer Omas bzw. Uromas im beschaulichen Aschersleben besucht
* hier ein ganz süßes Puppentheaterstück angeschaut
* einen wunderschönen Baum fürs Wohnzimmer gefunden und mit allem behängt, was wir über die Jahre zusammengetragen haben
* die Friseurin kurzen Prozess mit den langen Locken bei mir und dem kleinen Schulkind machen lassen
* in Gemeinschaftsarbeit mit den Kindern die Kursunterlagen für meine Schüler erstellt
* die Traumvilla bewundert, die der Schwiegervater fürs jüngste Enkelkind gebaut hat
* Stroh-, äh, Heusterne der anderen Art für die Großeltern gefertigt
* mit dem kleinen Schulkind ein langes und ausführliches EEG gemacht
* ein Gospel- und ein Bläserkonzert erlebt
* uns auf dem morgendlichen Schulweg über die festlich beleuchtete Altstadt und den winterlichen Großen Garten gefreut
* dem Dresdner Striezelmarkt mehrere Besuche abgestattet
* auf einem verwilderten Grundstück Stöcke fürs Lagerfeuer & Stockbrot gesammelt 
* ein fantastisches Gespenst von Canterville im Schauspielhaus erlebt und vorher ganz fein hier gespeist

Ich habe

* mich selbstständig gemacht (da mein Job auf Honorarbasis ist)
* beim Sächsischen Ausländerbeauftragten Material für meine Schüler geholt
* noch in einem anderen Kurs ehrenamtlich Deutsch unterrichtet
* in noch einem anderen die Kinderbetreuung übernommen und u.a. bunte Fenstersterne gebastelt
* einen Auftrag in der Kinderbetreuung bei einer Vereinsveranstaltung gehabt und ganz viel mit den Kindern gebastelt
* beim Möbelschweden Nachschub für unsere Spendenaktionen besorgt und die Spenden verteilt
* leckeren Christstollen und Mohnstriezel gekauft
* mich über die üppige Weihnachtsdeko in den Einkaufszentren gefreut
* einen Zahnarzttermin gehabt
* ein Dankeschön-Päckchen für den Lebensmittellieferdienst gepackt
* ein schönes Weihnachtspaket vom Sonnenfels bekommen
* mir den Wecker sehr früh gestellt, als der Rest der Familie schon Ferien hatte und ausschlafen konnte
* dafür herrlich gefärbte Morgenhimmel erleben dürfen
* mit meinen Schülern eine Weihnachtsfeier veranstaltet, inkl. gemeinsamem "Oh Tannenbaum"-Singen!
* in zwei wunderbaren Stunden mit Dampfbad und Schaummassage hier auftanken dürfen


Freitag, 1. Januar 2016

Hallo, neues Jahr!






Nun ist 2015 bereits Geschichte und wir schlagen ein neues Jahreskapitel auf. Nachdem wir im letzten Jahr viele Pläne über den Haufen werfen und uns auf ganz neue Situationen und Gegebenheiten einstellen mussten, viele Kämpfe auszufechten waren und unser Bedarf an unangenehmen Begegnungen und Tiefschlägen vorerst mehr als gedeckt ist, erhoffen wir uns von 2016, dass es etwas ruhiger wird.

Nach anderthalb Jahren ergebnis- und erfolgloser Diagnostik und Therapie, einem langen Krankenhausaufenthalt und einem haarsträubend schwierigen Schulwechsel haben wir uns schließlich zu dem schweren Schritt der Medikation unseres kleinen Schulkindes entschlossen. Ganz langsam sieht es so aus, als könnte er nun Fuß fassen, im Unterricht durchhalten, seine Aufgaben erledigen, mit den Mitschülern auskommen und endlich einmal Erfolge erleben und zeigen, wer und was wirklich in ihm steckt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben wir ein ausgeglichenes Kind, das nicht ununterbrochen reden und zappeln muss, das auch mal alleine spielen kann, das sich mehrere kleine Aufträge (Waschen UND Zähneputzen, Federmappe UND Sportzeug packen) merken kann, das im Unterricht bei der Sache bleibt, statt sich die ganze Stunde wegzuträumen, ohne es überhaupt zu merken. Langsam wird seine Schrift leserlich, er ist endlich in der Lage, eine Aufgabe bis zum Ende zu bearbeiten, kommt mit der Zeit in Klassenarbeiten hin. Die unglaubliche Angespanntheit und Gereiztheit wird langsam weniger, die Freunde und Erfolgserlebnisse mehr. Es hat lange gedauert, ihm die richtige Diagnose zu stellen, und noch einmal lange, die richtige Dosierung für sein Medikament zu finden. Erst bei einer sehr hohen Dosis schlug der Wirkstoff überhaupt an, ein deutliches Zeichen für den Schweregrad seiner Störung. Mindestens ebenso lange hat es für mich gedauert, mich mit den Tatsachen abzufinden. Ich, die ich Pädagogik studiert habe, für meine Kinder zu Hause geblieben bin, mit ihnen viel draußen war, kein Auto angeschafft habe und immer zu Fuß oder per Rad unterwegs war, Computerzeiten streng geregelt, Fernsehen auf ein Stündchen am Wochenende begrenzt und aktiv auf unsere Ernährung geachtet habe - ich habe nun ein ADHS-Kind. Das muss sich erstmal setzen.

Kurz vor Weihnachten habe ich dann sehr überraschend angefangen zu arbeiten und es wird sich zeigen, wie sich unser Familienleben mit zwei Vollzeitjob verträgt (vor allem, weil schon jetzt mindestens zwei neue Therapietermine pro Woche festgesetzt sind). Ich unterrichte nun fünf Tage die Woche sechs Stunden am Tag Deutsch für erwachsene Asylsuchende, zum Vorbereiten benötige ich zwei bis vier Stunden pro Tag. Am Ende komme ich also locker auf 40-50 Wochenstunden. Ich habe mit einem Sprachen- und einem Pädagogikstudium zwar ganz gute Grundlagen, aber fürs Unterrichten wurde ich nie ausgebildet. Didaktik, Methodik, deutsche Grammatik - all das muss ich mir von Anfang an neu beibringen. Das ist anstrengend und spannend zugleich und mittlerweile träume ich nachts von der Unterrichtsvorbereitung *ggg*. Dafür sind meine Schüler ganz lieb, sehr ehrgeizig und dankbar. Dass die Pausen nicht kurz genug sein können und die Schüler darum bitten, die Tafel abwischen zu dürfen, davon träumt vermutlich so mancher Lehrer, der Kinder und Jugendliche unterrichtet *lach*.

Meine ehrenamtliche Arbeit wird dadurch nicht mehr in dem Maße möglich sein wie bisher, Hobby und Freizeit inkl. meines Blogs auf ein Minimum reduziert werden. Basteln bedeutet im Moment meistens gleichzeitig Unterrichtsvorbereitung, z.B. das Erstellen didaktischer Materialien. Doch das macht mir Spaß, wenn dabei auch nichts herauskommt, womit ich meine Wohnung dekorieren kann (wobei ich vermute, das dem Lieblingsmann das sogar ganz recht ist...). 

Tja, und für den Sport, den ich noch nie mochte, ist nun leider, leider erst recht keine Zeit mehr *ggg*. Naja, nicht ganz, das lange Stehen macht sich sehr bemerkbar und an etwas Rückengymnastik führt wohl kein Weg vorbei. Dafür werde ich mir eine nette Anleitungs-DVD in der Bibliothek besorgen, dann fühle ich mich dabei nicht so alleine :-) Oder ich baue Sport in meinen Deutschunterricht ein und schlage so zwei Fliegen mit einer Klappe *lach*.

Es sieht also aus, als könnte ich das mit den "guten Vorsätzen" getrost vergessen, weil ich sowieso genug vorhabe. Irgendwie füllen sich meine Tage und Wochen, mein Leben überhaupt ganz von alleine, ohne viel Zutun meinerseits. Zumindest kommt mir das immer so vor.

Na dann: Lasst uns mit Freude und Elan starten und schauen, was das neue Jahr für uns bereit hält. Spannend und überraschend wird es in jedem Fall!

PS.: Nein, ich war nicht im Blumenladen, um mir heimlich etwas Frühling in die Wohnung zu zaubern. Die Narzissenzwiebeln standen noch in ihrer Palette auf dem Balkon, weil ich sie im Herbst nicht geschafft habe einzupflanzen. Durch die extrem milden Dezembertemperaturen sind sie ausgetrieben und haben angefangen zu blühen!

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