Mittwoch, 7. Oktober 2015

Ein ganz besonderes Haus

Ich gehe nicht arbeiten. Das kleine Schulkind geht nicht zur Schule. Stattdessen verbringen wir seit vergangener Woche unsere Zeit hier in diesem Haus:

Wir wissen auch nach anderthalb Jahren intensiver Therapie und Diagnostik noch nicht einmnal ansatzweise, was unserem Kleinen fehlt und was ihm so große Schwierigkeiten bereitet. Es ist schwer, dabei nicht die Zuversicht zu verlieren. Immer wieder denke ich, dass wir trotz aller Mühen noch überhaupt nichts erreicht haben und vielleicht nie mehr wissen werden als jetzt. Trotzdem müssen wir uns immer wieder aufrappeln und weitermachen. Wir haben schon so ziemlich alles ausprobiert, was es gibt (inkl. Kinderpsychotherapie, Ergotherapie, Neurofeedback, Intensivdiagnostik der Ohren, Augen und der Wahrnehmungsverarbeitung, LRS-Überprüfung, Halswirbeleinrenkung weit weg für viel Geld, Gespräche mit Lehrern, anderen Eltern, Kinderarzt, amtlichem Psychiater uvm.) - ohne Ergebnis. Immer hieß es nur: irgend etwas ist mit ihrem Kind, aber wir sind uns nicht sicher, was es genau ist. AD(H)S, LRS, Wahrnehmungs- und -verarbeitungsstörungen, alles war schon im Gespräch, nichts konnte einwandfrei diagnostiziert werden. Fragen wie "Haben Sie schon einmal über Autismus nachgedacht?" oder "Hatte das Kind vielleicht Sauerstoffmangel unter der Geburt?" haben uns zwar nicht weitergebracht, aber sehr verunsichert. Ungefragte Ratschläge von "Das Kind braucht nur mal ordentlich eins auf den Po!" über "ADHS gibt's doch gar nicht, lasst ihn zum Sport gehen, dann ist alles wieder gut" bis hin zu "Da haben Sie wohl eine ganze Menge falsch gemacht in der Vergangenheit!", helfen ebenfalls nicht weiter, machen aber wütend und sprachlos - und verstärken das Gefühl, mit den Problemen alleine dazustehen. 

Nun also Kinderpsychiatrie. Kleines Schulkind und ich. Und fünf andere Familien. Sechs Kinder, die nicht in diese Welt passen. Eltern, die alles versucht haben, aber gescheitert und verzweifelt sind. Ein Team, das versucht zu helfen und eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Nichts an dem kleinen Haus direkt an der Elbe erinnert an ein Krankenhaus. Bilder an den Wänden, Window Color an den Fenstern, Herbstdeko auf dem Tisch, ein gemütliches Sofa, Kaufmannsladen und Eisenbahn auf dem Teppich, die Schränke voller Spiele und Playmobil. 
Und doch: Wie zu Hause fühle ich mich hier nicht. Der Tag ist eine Mischung aus Hektik und Langeweile. Und dem Gefühl des Fremdbestimmtseins. Wann ich wo sein muss und mit wem, wann es essen gibt, welche Regeln für das Einräumen des Geschirrspülers gelten - nichts davon kann ich selbst bestimmen. Dabei ist mir das sehr wichtig und ich fühle mich sehr schnell unwohl, regelrecht eingesperrt, wenn es nicht so ist. Die anderen sind mit sich selbst beschäftigt und fremd. Alle duzen sich, sind freundlich, ein großer Teil der Aktivitäten findet gemeinsam satt. Und trotzdem: Sechs Wochen Zusammenleben mit Menschen, die größtenteils so ganz anders sind als wir. Mit denen ich in meinem Leben sonst höchstwahrscheinlich keinerlei Kontakt hätte. Außer den Kindern gibt es keine Berührungspunkte. Ich gebe zu, dass mir das schwer fällt. Ich gebe zu, dass ich manchmal den Gedanken: "Na, kein Wunder..." bekämpfen muss. Was auch daran liegt, dass ich mich zu gern abgrenzen würde von den Eltern mit solchen Problemen. Weil ich sie selbst so gern gar nicht hätte. Weil ich mich dafür schäme. Weil ich mir selbst vorkomme wie diejenigen, auf die man mit dem Finger zeigt und sagt: "Na, kein Wunder, bei DEN Eltern."
Familienglück sieht anders aus.


Regina

Dienstag, 6. Oktober 2015

Herbstgold

Endlich ist wieder Kastanienzeit! Ich liebe diese dunklen, glatten Kullern sehr und finde sie einfach perfekt! Ihre wunderschöne Farbe, ihre handschmeichelnde Form, da braucht es gar nichts extra. Also wollte ich kreativ mit ihnen arbeiten, ohne sie jedoch zu sehr zu verändern. 

Also habe ich nur einen kleinen Hauch hinzugegeben - etwas Blattgold nämlich. Das passt für mich ganz wunderbar zum edlen Braunton der Früchte und irgendwie auch zum Herbst. Nur auf das weiße "Auge" habe ich die Anlegemilch aufgetragen und vorsichtig das hauchdünne Metall aufgelegt. Das Ergebnis gefällt mir ausgesprochen gut!

Und weil ich gerade so viel Freude am Vergolden der Natur hatte, zückte ich noch mein Goldspray und verzierte ein paar Bucheckern...

... verpasste einigen Kastanien ein Streifendesign...

 ... verwandelte ein paar gelbe Bällchen aus der Frühlingsdekokiste und ein einfaches Plastikkörbchen von Physalis zu einem goldenen Käfig für meine Herbstfrüchte...

...und machte aus einem Kartoffelnetz ein güldenes Bett für die Kastanien.

Anschließend holte ich das Blattgold noch einmal hervor, um einen Zierkürbis zu veredeln. Ich mag die Kombination aus dem satten Orangeton und dem schimmernden Gold sehr. 



Auch meine Familie bastelte mit Kürbissen, hier der große Kürbiskopf von Papa und kleinem Schulkind:

Alles zusammen ergibt dann eine äußerst stimmungsvolle Herbstdeko für unseren Balkon, ganz besonders am Abend.

Verlinkt beim Creadienstag und bei Bunt ist die Welt

Samstag, 3. Oktober 2015

Nachthimmel mit rotem Mond

Nach der Sonnenfinsternis fand diese Woche nun schon das zweite himmlische Großereignis in unseren Breitengraden statt: eine Mondfinsternis mit gleichzeitiger Rotfärbung des Himmels, auch "Blutmond" genannt. 

Ich hatte nicht vor, deswegen mitten in der Nacht aufzustehen, dazu ist mir mein Schlaf einfach zu heilig. Aber ich konnte durch Schnupfen und Kopfschmerzen sowieso schlecht schlafen und war ständig wach. Also dachte ich mir, dann kann ich die Zeit auch sinnvoll nutzen und habe mir ein bisschen den Himmel angeschaut, statt mich nur von einer Seite auf die andere zu wälzen. Dass ich meine Kamera dabei hatte, ist ja wohl Ehrensache *lach*.

Verlinkt bei In heaven der Raumfee






Freitag, 2. Oktober 2015

Blumengruß am Krankenbett

Diese Woche hat mir der Postbote einen wunderschönen Strauß von meiner Mama gebracht, als "Mama-Medizin" gegen meine Grippe, wie sie es nannte. Schaut mal:


Er besteht aus lachsfarbenen Rosen und violetten Inkalilien und passt damit perfekt zu unserer plfaumefarbenen Schlafzimmerwand (die neu ist und meine Mutter gar nicht kennt). Da steht er in meiner dunkelroten Töpfervase auf meinem Nachttisch, zusammen mit Büchern, viieelen Taschentüchern, Medikamenten, Erkältungstee - und meiner Kinderzimmerlampe, die ich schon fast 30 Jahre besitze. Ich mag dieses Männchen aus Glas mit dem absetzbaren Metallhut und dem freundlichen Gesicht sehr, ob es nun zur Einrichtung passt oder nicht ;-)
 
Und noch etwas liegt da, nämlich mein neuester Liebesschmöker *hach*. Leider schon wieder durchgelesen, jetzt brauch ich Nachschub. Habt ihr Vorschläge? Darf auch gern zu Herzen gehen!

Verlinkt beim Flower Friday von Holunderbütchen

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Mein Oktober

Und schwupps, schon steht der Oktober vor der Tür. Mein erster und wichtigster Plan ist für diesen Monat, meine herftige Erkältung endlich loszuwerden, die mich schon seit Tagen völlig lahm legt. Und dann möchte ich noch

* das Beste aus unserer Zeit in der Tagesklinik rausholen
* mit Herbstnaturschätzen basteln
* einen Filzkurs zusammen mit Nicole besuchen
* den September-12tel-Blick nachholen
* mich über 25 Jahre deutsche Einheit freuen
* mich in einer neu gegründeten Initiative für geflüchtete Frauen engagieren
* wieder mehr Geburtstagskarten schreiben
* ein neues Babykissen verschicken
* Schals und Mützen für Flüchtlinge nähen 
* bei einem Spendenlauf zugunsten von Flüchtlingen helfen
* den neuen Trickfilm "Alles steht Kopf" im Kino ansehen
* auf den Bericht des Teenies vom Freundesgeburtstag in einer renommierten Kochschule gespannt sein
* mich durch die schönsten Herbstneuerscheinungen auf dem Buchmarkt lesen (z.B. "Ein ganz neues Leben" von Jojo Moyes oder "Silber - das dritte Buch der Träume" von Kerstin Gier)



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