Donnerstag, 10. September 2015

Virtuelle Postkartengrüße

Sie haben Post! Den Weg zum Briefkasten können Sie sich aber sparen, denn sie wartet gleich hier, auf Ihrem Bildschirm :-)

"Liebe Leserinnen,

ich sende euch ganz herzliche Grüße aus der Stadt der Frauenkirche, der Raddampfer und der Waldschlösschenbrücke. Dresden ist aber auch die Stadt der Feuerwerke, der kleinen Bäckerläden, der Erfindung des Mundwassers und die Hocbburg der Fahrradhelmträger. Leider auch die Stadt von Pegida und menschenfeindlichen Protesten gegen Flüchtlingsunterkünfte. Aber immer stärker auch ein Zentrum der Hilfsbereitschaft, der interkulturellen Picknicke, der spontanen Deutschkurse im Park, des Begegnungscafés im Schauspielhaus und der engagierten Initiativen. Das ist wunderbar zu sehen und zu erleben! Und es fühlt sich so viel besser an, hier zu leben, als noch Anfang des Jahres. Ich wünsche mir, dass dieser positive, anderen Menschen zugewandte Geist anhält, stärker wird, sich von menschenverachtendem Gedankengut nicht kleinkriegen lässt und letztendlich auch über die Stadtgrenzen hinaus strahlt. Damit Dresden wieder mit all dem Schönen verbunden wird, von dem es hier so reichlich gibt."

Diese Liebesgrüße aus meiner Wahlheimat verdankt ihr Lotta, die diese nette Aktion erdacht hat. Ich schicke zwar das ganze Jahr über und vor allem an Weihnachten und aus dem Urlaub reichlich Karten in alle Welt, aber ihr sollt trotzdem auch hier eine fast klassische Ansichtskarte vorfinden.


Mittwoch, 9. September 2015

Patchworkkunst in Dresden

Patchwork kann eine Methode sein, um Stoffreste aufzubrauchen. Man kann damit auch Decken und Kissen aus Lieblingsstoffen nähen und viel Freude daran haben, sie zu benutzen. Oder man näht, wie andere malen und erschafft regelrechte Kunstwerke. Letzteres gilt für die Arbeiten der Dresdnerin Inge Pleil. 

Am 25. August hat die Künstlerin ihre kleine Ausstellung in der Bibliothek Neustadt eröffnet und einiges zu ihren Arbeiten erzählt. Ich war mit Frau Schau'n wir mal vor Ort und habe die tollen Quilts und Wandbehänge bewundert, über die Techniken gerätselt und Frau Pleil darüber ausgefragt. Ihre Werke sind tlw. Patchwork, wie wir es kennen und auch selbst nähen, aber auch ganz andere Stücke hingen in der Bibliothek: Solche mit handgestickten oder frei mit der Maschine gequilteten Gedichten und Sprüchen, andere mit überzogenen Quiltnähten und wieder andere, die mich an die Bilder von Paul Klee erinnerten. Bei einigen ließ sich Frau Pleil sogar von den betreffenden Gedichten zum Nähen inspirieren und wählte passende Farben und Formen aus. Ein sehr spannender Ansatz, wie ich finde. 

Kunstwerk mit asymmetrischen Elementen, Stickerei und einem Gedicht, das perfekt zur aktuellen Situation in Dresden und ganz Deutschland passt:

Wer sind wir, mit dem Finger auf andere zu zeigen
Wer bin ich zu schweigen?
Wer bist du zu verurteilen?
Wer bin ich, die Hand nicht zu reichen?
Bei uns, bei dir, bei mir beginnt der Traum:
einander verstehen.

Interessante Technik: Einige Quiltnähte gehen über die Nahtschatten hinaus und laufen ins Leere.

Kunterbunt, super exakt gearbeitet und mit einem handgestickten Spruch versehen - toll!

Edler schwarz-weiß-Kontrast mit roten Elementen und doppeltem rotem Binding - ich hätte diese Farbkombination wohl nie so gewählt, finde das Ergebnis aber absolut überzeugend.

Bunt und schwarz - wie auf einem Gemälde moderner Kunst. Vielleicht ein in Stoff umgesetzter Mondrian? ;-)


Schon die Einladungen zur Vernissage waren kleine Kunstwerke

Zum Schluss meinte Frau Pleil noch, sie könne jetzt nicht mehr so viel nähen, weil sie gar nicht wüsste, wohin mit all den Quilts. Verrückt, oder? Wir fanden sie jedenfalls alle so schön, dass wir uns kaum vorstellen konnten, dass sich dafür keine Abnehmer finden würden.

Wow! Bettdeckengroß, spannendes Muster, wieder ganz exakt gearbeitet.

Ich fand den Abend derart inspirierend, dass ich mir vom sorgfältig ausgewählten thematischen Bibliotheks-Büchertisch gleich zwei Quiltbücher ausgeliehen habe. Mal sehen, wann ich etwas davon umsetze. 

Die kleine, aber sehr feine Ausstellung ist sehr empfehlenswert für alle Nähinteressierten und hat noch bis zum 9. Oktober täglich (außer Donnerstag) von 11 bis 19 Uhr geöffnet, samstags nur bis 13 Uhr. 


Dienstag, 8. September 2015

Wolken nähen

Oder doch eher Schneeberge? Nein, nix von beidem. Was hier auf meinem Creadienstagstisch entsteht, sind Kuscheldecken für Flüchtlingskinder im Rahmen des Minidecki-Projektes (hier findet ihr alle Infos zur Dresdner Aktionsgruppe).

Für die Schulsachen-Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes habe ich Schlampermäppchen genäht, da folgen noch mehr. Es waren übrigens meine allerersten Reißverschlussteile überhaupt!

Auch sonst steht vieles, was ich gerade mache, unter dem Zeichen der Flüchtlingshilfe - ob Demos gegen Rassismus und gravierendes politisches Versagen, Nähprojekte oder Arbeitstreffen für eine eigene Initiative. Sogar das Restaurant Lingner im Hygienemuseum positioniert sich ebenso eindeutig wie humorvoll!


Montag, 7. September 2015

Meine Woche

Meine letzte Woche war eine ganz besondere, denn ich habe viel Zeit mit meiner Schulfreundin Charlotte verbracht. Sie weilt schon seit vielen Jahren im fernen München und so hatten wir seit Abizeiten kaum Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten. Das haben wir diese Woche nachgeholt und fast jeden Tag etwas zusammen unternommen: Frühstück im Lieblingscafé, Mittagessen bei mir, Kaffeetrinken in der süßen Kaffee-Ode, Tanzen im Großen Garten, ein Spaziergang durch Blasewitz und über die Waldschlösschenbrücke, klassische Musik im Schillergarten und die Freundschaftsausstellung im Hygienemuseum - die Zeit war optimal genutzt, würde ich sagen.

Das Blaue Wunder im Abendlicht und mit farbig angestrahlten Bäumen.

Der markante Bau des deutschen Hygienemuseums und Elemente der wie immer sehr spannenden und perspektivreichen Ausstellung zum Thema Freundschaft.

Am Samstag fand dann das große Fest zur Saisoneröffnung am Staatsschauspiel Dresden statt. Von nachmittags bis weit nach Mitternacht gab es im und um das Haus herum unzählige Dinge zu erleben. Ich habe mir die Kostümversteigerung angesehen, Karten zum Sonderpreis gekauft, einen Schauspiel-Workshop besucht, bei der zweieinhalbstündigen Vorschau auf die kommende Theatersaison Lust auf viele Stücke bekommen, an einer Führung durch die Untermaschine des Theaters teilgenommen und anschließend bis ein Uhr nachts getanzt und Karaoke gesungen, bis ich heiser war. Es war ein wunderbarer Abend!

30 Meter unter der Bühne erkennt man kaum noch, dass man sich in einem Theater befindet.


Sonntag, 6. September 2015

Regentropfenzauber

Der Herbst hat hier in den letzten Tagen Einzug gehalten, zumindest, was das Wetter betrifft. Es stürmt und regnet bei 10-14°C, nicht sehr gemütlich. Dafür sieht es nach so einem Regenguss auf meinem Balkon besonders hübsch aus, wenn an jedem Blatt und jeder Blüte die Regentropfen glitzern.




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